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WM 2018: Fußballspieler wählen ihre Unterkünfte – die Schweizer in Togliatti, die Deutschen bei Moskau

Von   /  18. Januar 2018  /  Keine Kommentare

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Von Sergej Lopatenok

Für jedes der 32 Teams, die in diesem Sommer bei der WM in Russland spielen wird, haben die Organisatoren Trainingsbasen und Hotels (WM-Quartier) vorbereitet. Am 25. Januar wird der Internationale Fußballverband (FIFA) offiziell bekannt geben, in welchen Städten die Teams untergebracht werden. Unter den ersten, die ihre Wahl getroffen haben, sind die Spieler aus Deutschland und der Schweiz.

Die amtierenden Weltmeister neigten anfänglich zu Sotschi, wo man sie während des Föderationscups im vergangenen Sommer herzlich aufgenommen hatte. Aber letztlich entschied sich der Deutsche Fussballbund für Vatutinki, 40 Kilometer entfernt von Moskau. Dort wird gerade der Bau eines neuen Hotels mit Spa-Komplex abgeschlossen, und in der Nachbarschaft befindet sich die Sportanlage des Fussballklubs ZSK, wo sich Joachim Löw seine Spieler auf die Verteidigung des Titels vorbereiten wird.

Von Vatutinki sind es gerade Mal 20 Minuten bis zum Flughafen Vnukowo und eine Dreiviertelstunde zum Stadion Luschniki, wo Deutschland am 17. Juni seinen ersten Match gegen Mexiko austragen wird und wo das Endspiel stattfinden wird, von dessen Teilnahme die Deutschen ebenfalls träumen.

Die Schweizer am Wolgaufer

Der schweizer Nationalelf stehen in der Anfangsphase Spiele in Rostow am Don, Kaliningrad und Nischni-Nowgorod bevor. Ihr Trainingsgelände hat sie sich zwischen diesen Städten am Wolgaufer ausgesucht, unweit von Togliatti, wo die in der Sowjetunion und Russland bekannten Autos der Marke „Schiguli“ hergestellt werden.

Zur Verfügung der Fussballer stehen als Unterkunft das Hotel „Togliatti Resort“ und als Trainingsort das örtliche Stadion „Torpedo“ – beide Objekte werden derzeit renoviert, die Arbeiten sollen bis Anfang Juni abgeschlossen sein. Die Fahrzeit im Autobus zum Flughafen Samara beträgt etwa eine Stunde, was im Prinzip in Ordnung ist, und doch erstaunt die Wahl des Schweizer Fussballverbandes ein wenig – eine solche Industriestadt, wenn auch am Wolgaufer gelegen, ist nicht unbedingt der schönste und ruhigste Ort auf der Russlandkarte.

Deutsch-schweizerisches Treffen schon in der ersten Runde?

Interessanterweise könnten Deutschland und die Schweiz im Fall einer erfolgreichen Auftritts in der Gruppen-Etappe schon in der ersten Runde des Play-offs aufeinander treffen – dabei würde dieses Spiel in Peterburg ausgeführt. Zur Verfügung der Teams, die in unserer Stadt spielen stehen die besten Hotels am Newski-Prospekt und am Isaaks-Platz, trainieren werden sie im „Petrowski“- und im „Smena“-Stadion.

Doch vier Teams planen nach bisherigen Angaben, ständig in St. Petersburg und seiner Umgebung zu gastieren. Die englische Mannschaft hat ein Hotel in Repino am nördlichen Stadtrand und das Stadion „Spartak“ in Selenogorsk ausgewählt, das kroatische Team ist in der Nähe von Ilitschewo untergebracht, für das Training wird ein Stadion in Roschino gebaut.

Die Koreaner trainieren in Peterhof

Die Koreaner logieren in Peterhof unweit der Fontäne der Zarenresidenz, trainieren wird das Team in Lomonossow im örtlichen Stadion mit dem Namen „Spartak“. Das Fussballteam aus Costa Rica wird im Hotel des neuen „Expoforums“ nahe beim Flughafen Pulkowo wohnen und in Zarskoje Selo trainieren.

Der grösste Teil der Fussballteams wird wie die Deutschen in der Umgebung von Moskau untergebracht, was bezüglich Logistik praktisch ist. Aber es gibt auch ungewöhnliche Varianten: Die Schweden wählten ein Riesenhotel mit 400 Zimmern und allem Komfort in Gelendschik (Schwarzmeerküste), wo die Spieler zum Höhepunkt der Touristensaison kaum die erwünschte Abgeschiedenheit finden werden.

Die panamesische Nationalmannschaft wird im „Olympischen Zentrum“ in Samara erwartet, eben dort, wo die russischen Läufer ausgebildet wurden, die durch ihre Doping-Skandale weltberühmt wurden. Die ägyptische Mannschaft wird in Grosny empfangen – der Anführer Tschetscheniens Ramsan Kadyrow hatte sofort seine Bereitschaft signalisiert, ein Team aus einem islamischen Staat aufzunehmen und zu umsorgen.

Bild: Das Torpedo-Stadion bei Togliatti (Wladimir Kolow/ Wikimedia Commons)

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Über den Autor

Eugen von Arb lebt in St. Petersburg, ist Co-Herausgeber der SPZ Online.

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