Laden...
Sie sind hier:  Home  >  Aktuell  >  Aktuelle Artikel

Wer hat Angst vor Madonna? Petersburg in Erwartung des Popstars

Von   /  9. August 2012  /  Keine Kommentare

    Drucken       Email

TOPTICKER.- Das lange und zitternd erwartete Konzert der amerikanischen Sängerin in St. Petersburg steht bevor. Längst hat sie das Land gespalten in der Diskussion über Pussy Riot, Homosexuelle und Toleranz gegenüber Andersdenkenden.


Das Konzert in Moskau ist ohne Zwischenfälle über die Bühne gegangen, obschon sich Madonna klar für die Freilassung der drei „Pussy-Riot“-Angehörigen ausgesprochen hatte. Der Auftritt in Petersburg hat jedoch eine besondere Brisanz. Im vergangenen März erregte die Einführung des Verbots von „Homosexuellen-Programm“ durch das hiesige Regierung weltweites Aufsehen.

Geistlicher rief zur Störung des Konzerts auf

Während Madonna ankündigte, sich für die Toleranz gegenüber den sexuellen Minderheiten einzusetzen, gab Vitali Milonow, der Initiator des umstrittenen homophoben Gesetzes bekannt, Madonna werde während des Konzerts von seinen Leuten überwacht. Er warnte die Musikerin davor das Gesetz zu brechen und drohte ihr mit juristischen Konsequenzen.

Der prominente russisch-orthodoxe Geistliche Andrei Kurajew hatte in die Drohungen eingestimmt und öffentlich zur Störung des Petersburger Konzerts aufgerufen. Im Internet hat sich die russische Gemeinde in Madonna-Fans und religiös-russophile Gegner gespalten, welche der „Yankee-Künstlerin“ vorwerfen, ihre Konzerte enthalte satanistische Botschaften.

Polizeiaufgebot „normal“

Wie ernst diese Drohgebärden genommen werden müssen, ist unklar, zumindest wird der heutige Auftritt unter massivem Polizeischutz stattfinden. Laut Fontanka.ru werden 350 Beamte das SKK-Stadion, Bühne und Zuschauerränge sichern. Laut Polizei ist diese Zahl normal für eine Veranstaltung dieser Grösse, doch sind sich alle bewusst, dass mit unerwarteten Vorkommnissen gerechnet werden muss.

Das amerikanische Generalkonsulat in St. Petersburg hat vorsorglich eine Warnung an seine Landsleute veröffentlicht, in der zu besonderer Wachsamkeit in der Zuschauermenge aufgerufen wird. Madonna hingegen lässt sich nicht einschüchtern und hat auf ihrer Facebook-Seite angekündigt, an die Konzertbesucher würden rosafarbene Sticker zur Unterstützung der homosexuellen Minderheit verteilt. „Seid bereit, die Hand als Zeichen der Unterstützung zu erheben!“ (eva)

Bild: Eugen von Arb/ SPB-Herold

www.fontanka.ru

Weitere Neuigkeiten finden Sie auf unserem Nachrichtenticker >>>

Weitere Artikel zu diesem Thema:

Madonna nimmt russische Homosexuelle in Schutz

Moralwächter Milonow will zur Kontrolle Petersburger Madonna-Konzert besuchen

    Drucken       Email

Über den Autor

Eugen von Arb lebt in St. Petersburg, ist Co-Herausgeber der SPZ Online.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Das könnte Sie auch interessieren...

MAKSA – expressive Kunstbrückenbauerin zwischen Hamburg und Petersburg

mehr…