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Wasser Marsch – die Fontänen in Peterhof sprudeln wieder!

Von   /  23. Mai 2015  /  Keine Kommentare

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eva./wiki.- Am vergangenen Wochenende wurde auf der Zarenresidenz Peterhof mit einem bombastischen Spektakel die Saison eröffnet. Der „Samson“-Springbrunnen und alle seinen kleinen Geschwister sprudeln wieder. Gleichzeitig mit dem Saisonstart wurde dem 300. Geburtstag von Peterhof gedacht (Fotogalerie).

In mehreren Akten wurde von dutzenden jugendlicher Tänzer in prächtigen Kostümen auf den Kaskaden die Geschichte der Residenz nachgespielt. Zum Schluss trat neben der Museumsdirektorin Elena Kalnizkaja auch der Petersburger Gouverneur Georgi Poltawtschenko vor das grosse Publikum im Schlosspark. Er erinnerte daran, wie vor siebzig Jahren die völlig zerstörte Residenz wieder hatte aufgebaut werden müssen, gratulierte dem Museum zu seiner Pracht und wünschte allen Gästen gute Erholung im Park.

Ursprünglich hatte an der Stelle der heutigen Residenz ein Landhaus von Peter dem Grossen gestanden. Erst 1709 begann man mit dem Bau eines Schlosses, das mit der Zeit nach dem Vorbild der Barock-Residenzen der französischen Könige ausgebaut und mit Wasserspielen aller Art ausgestattet wurde.

Organisierter Kunstraub

Im Zweiten Weltkrieg wurde Peterhof von den deutschen Besatzern weitgehend geplündert und zerstört. Ende Juni 1941 versuchten Museumsmitarbeiter, die meisten Kunstschätze zu evakuieren. Manche wurden nach Leningrad gebracht, andere gingen auf dem Transport verloren. Schloss Peterhof wurde ab dem 23. September 1941 besetzt.

Als am Abend ein Geschoss einschlug, fing der Palast Feuer. Das Löschen des Brandes wurde den Zivilisten von Wehrmachtssoldaten unter Androhung der Todesstrafe verboten. Bei der Zerstörung handelte es sich um eine gewollte Aktion der Wehrmacht und nicht um ein Versehen. Es sollte ein planmäßig organisierter Kunstraub erfolgen, doch diverse andere Truppenteile hatten bereits viele Kunstobjekte geraubt. Erst am 19. Januar 1944, nach dem Ende der Blockade von Leningrad, zog die Wehrmacht aus Peterhof ab.

Restaurierung bis heute nicht abgeschlossen

Gleich nach dem Kriegsende begannen die Aufräumarbeiten, und bereits im Sommer 1945 wurden Teile des Unteren Gartens nach dessen Rekonstruktion wieder für Besucher geöffnet. Die Museumsleitung beschloss, als erstes die Große Kaskade wieder aufzubauen. Die Hälfte der Figuren hatte den Krieg überstanden, große Skulpturen lagen im Park vergraben.

Adam und Eva wurden gefunden, die Zentralfigur des Samson ist bis in die Gegenwart nicht aufgefunden worden. Sie wurde durch ein Replikat ersetzt. Der Neptunbrunnen, ein Nürnberger Fabrikat aus 1660, das Zar Paul I. der Stadt abgekauft hatte, wurde von der Wehrmacht geraubt, nach Nürnberg verbracht und nach dem Krieg restituiert.

Die Restaurierungsmaßnahmen am Schloss dauerten viele Jahre an, sie sind bis heute nicht vollständig abgeschlossen. Zum einen mussten die zerstörten Kunstwerke mühevoll rekonstruiert werden, zum anderen waren die finanziellen Mittel hierfür immer wieder knapp. Viele Kunstschätze gelten bis heute als verschollen.

Bilder: Eugen von Arb/ SPB-Herold

www.wikipedia.org

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Über den Autor

Eugen von Arb lebt in St. Petersburg, ist Co-Herausgeber der SPZ Online.

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