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Wandel am Wasser – Petersburger Leben an der Finnischen Bucht

Von   /  16. Januar 2019  /  Keine Kommentare

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Wer in Sankt Petersburg lebt hatte selten die Gelegenheit aus der Stadt aufs „Meer“ bzw. den finnischen Meerbusen zu blicken. Die Neva und Ihre Seitenarme sind allgegenwärtig, aber das man auch direkt an der Ostsee lebt ist fast nirgendwo bewusst sichtbar. Der Grund ist die fast geschlossene Industrie- und Hafenbebauung zwischen dem Stadtzentrum und den Ufern. Die meisten der großen Fabriken hatten auch eigene Hafenkais und außer am Nordwestlichen Rand der Wasili-Insel und der Krestowski-Insel war der Blick aufs Wasser durch die Mauern der Werften und Fabriken verbaut. Nur wer nahe am neuen Wahrzeichen St. Petersburg, dem Lachta-Turm im Stadtpark „300 Jahre St. Petersburg“ oder beim Stadium auf der Krestowski Insel spazieren geht, kann die Massen von Menschen sehen, die zu dieser kalten Jahreszeit das Eis und die  Ufer bevölkern.

Wandel am Wasser 

Die Fabriken sind jedoch nicht mehr überall im Betrieb. Einige sind aufgelöst oder umgezogen und die alten Anlagen werden neuerer zeitgemäßer Nutzung zugeführt. Eines der ambitionierten Projekte ist dabei die Umgestaltung des Territoriums der alten Hafenanlagen der „SevKabel“ Fabrik gleich neben dem alten Passagierhafen auf der Wassili-Insel.
Seit 2016 entwickelt sich hier aus einer Industriebrache eine Vielzahl von Büros, Restaurants, Kunstprojekten und Freizeitvergnügungen.
Dieses neue Biotop ist der Boden auf dem neue Geschäftsideen, Restaurants, Kunst und Freizeit, aber eben auch geniale Startups gut gedeihen.

Vorbild dieser sanften Umnutzung von Industrieanlagen ist die ehem. Schokoladenfabrik „Roter Oktober“, 1867 vom den deutschen Theodor von Einem und Julius Heuss gegründet, welche seit 2008 in bester Moskauer Zentrumslage Kunst und Kommerz und auch der rührigen russischen Gründerszene Raum gab. Der große Erfolg vom „Hippster Island“ auf der Jakimanka Insel in der Moskwa begünstigte ähnliche Projekte auch in der nördlichen Hauptstadt, wie eben hier am ehemaligen  Hafen der Kabelfabrik.

Sankt Petersburg geniest mehr und mehr seine Lage am Wasser.

In diesem Winter ist auf dem Gelände mit der guten Sicht aufs Meer eine der beliebtesten Eislaufbahnen der Stadt eingerichtet worden. In der großen Halle nebenan haben sich Food-Trucks und Marktstände einen geschützten, winterlichen Markt aufgebaut. Mikrobrauereien, Humus Hersteller,  Werbeagenturen, Steak- Burgerrestaurants und einige der angesagtesten Nachtklubs haben sich bereits in anderen Gebäuden am Hafen angesiedelt. Die ganze Kai-Anlage ist mit Kunstobjekten und Wandmalereien über dem grauen Beton versehen. In der großen Halle am Ufer hat sich dauerhaft ein Skateboard Park eingerichtet, so dass die Fans auch im tiefen Winter auf die Half- und Quarter-Pipes rollen können. Obwohl das Gelände nicht ganz einfach zu erreichen ist, nutzen viele Petersbürger das Gelände für einen Sonntagsnachmittagausflug.

Anbei ein paar Impressionen vom Park 300 Jahr und dem SevKabel Port Gelände

Photos: Markus und Elena Mueller

Mehr zum Thema (auf Russisch)
Konzept SevPort

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