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Wahlproteste: Prominente Kulturschaffende verlangen Freilassung von Demonstranten

Von   /  7. März 2012  /  2 Kommentare

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TOPTICKER.- Noch am zweiten Tag nach der Kundgebung gegen Manipulationen während der Parlaments und Präsidentschaftswahlen ist noch ein grosser Teil der über 400 Festgenommenen in Haft. Bekannte Persönlichkeit aus der Kulturszene haben in einem offenen Brief den Gouverneur St. Petersburgs Georgi Poltawtschenko dazu aufgefordert, sich für deren Freilassung einzusetzen.


Unterzeichnet wurde die öffentliche Erklärung unter anderem vom „Mitki“-Künstler Dmitri Schagin, dem Regisseur Alexander Sokurow und dem Musiker Juri Schewtschuk. Die „Jabloko“-Partei bezeichnete das Festhalten der Festgenommenen als Skandal für St. Petersburg. Gemäss Gesetz müssen die Festgenommenen ohne Anklage nach zwei Tagen wieder auf freien Fuss gesetzt werden.

Auch am zweiten Tag nach den Wahlen war es auf dem Platz vor der Isaakskathedrale zu einer Demonstration gekommen, bei der nach Polizeiangaben 10 Personen festgenommen wurden. Allerdings bestritt die Polizei die Meldungen über eine Demo – die Leute seien wegen übler Nachrede und dem Betreten einer verbotenen Zone festgehalten worden.

„Liga der Wähler“ erklärt die Wahlen für illegitim

Mittlerweile hat die Bürgerrechtsorganisation „Liga der Wähler“ die Präsidentenwahlen vom Sonntag für illegitim erklärt und zu neuen Protesten am 10. März aufgerufen. Nach eigenen Erhebungen erhielt Wladimir Putin statt 63 lediglich 53 Prozent der Stimmen und sein Konkurrent Michail Prochorow 16 statt nur 7 Prozent.

Die Proteste seien in eine neue Phase getreten, gab die Wählerliga bekannt, der bekannte Persönlichkeiten, wie der Fernsehjournalist Leonid Parfjonow angehören. Man habe verstanden, dass man allein mit weissen Bändern im Knopfloch und Luftballons nichts gegen Omon-Sonderpolizei ausrichten könne. (eva)

Bild: Eugen von Arb/ SPB-Herold

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Über den Autor

Eugen von Arb lebt in St. Petersburg, ist Co-Herausgeber der SPZ Online.

2 Kommentare

  1. eva sagt:

    Wie Sie sehen, sind hier abweichende Meinungen durchaus erwünscht. Vielen Dank für Ihr Interesse und Ihren Kommentar! Würden wir nur die schlechten Seiten Russlands sehen, dann wären ich und mein Kollege wohl kaum schon seit vielen Jahren begeisterte Bewohner dieses Landes. Es gibt Zeiten, in denen sich positivere oder negativere Ereignisse häufen – natürlich kann man zu gewissen Themen geteilter Meinung sein.

    Ich bin ebenfalls der Meinung, dass sich das deutsch-russische Verhältnis sehr gut entwickelt und beobachte dies als Schweizer manchmal mit einem gewissen Neid. Das Engagement Deutschlands in Russland ist sicher in vieler Hinsicht beispielhaft. Sicher hat Gerhard Schröder dazu sehr wichtige Impulse gegeben, und seine Freundschaft mit Wladimir Putin bewirkte und bewirkt noch heute sehr viel Gutes.

    Allerdings kann einen eine persönliche Freundschaft bisweilen auch ein wenig blind machen – Dinge, die nicht so schön sind, kehrt man der Freundschaft halber nachsichtig unter den Teppich. So finde ich Herrn Schröders Verteidigung Putins als „lupenreinen Demokraten“ unnötig und nicht glaubwürdig. Ich glaube Herr Putin hat noch vieles in der Demokratie nicht verstanden – zum Beispiel, dass Meinungsvielfalt und Kritik zentrale Elemente sind. Aber sehen wir mal wies weiter geht…

  2. Yorck von Wartenburg sagt:

    Nach Lektüre der 19 jüngsten Artikel mit nur insgesamt 5 Kommentaren stellt sich mir die Frage, ob hier auch abweichende Meinungen erwünscht oder wenigstens erlaubt sind. Denn alle Artikel sind Negativmeldungen aus Rußland oder Kritiken an den russischen Verhältnissen. Es gibt aber kein Land auf dieser Erde, in dem alles nur schlecht ist.

    Rußland ist mit Sicherheit von diesem Zustand sehr deutlich entfernt, soviel kann ich, ein Berliner Preuße, mit gutem Gewissen sagen.

    Besonders gut liefen die Dinge in der Geschichte für die Russen wie für die Deutschen immer dann, wenn sie und ihre Herrscher / Staatsmänner zusammenhielten und zusammen wirkten. Dafür bin ich sehr, gerade heute. So sah und sieht es Gerhard Schröder, so sieht es auch Wladimir Putin, beide Politiker mit Realitätssinn und einer klaren, verlässlichen, geraden Linie sowie einer deutlichen Aussprache, die jeder auf dieser Welt versteht und somit weiß, wie er dran ist.

    Rußland und Deutschland sind natürliche Verbündete, genauer gesagt die natürlichsten auf dem Kontinent. Das sollte sich nun bitte schneller entwicklen, als es in den letzten 20 Jahren der Fall war. Es würde für beide Seiten DER Schlüssel für die Zukunft sein.

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