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Vorwurf aus dem Westen: Bezahlte Trolle werben für Russlands Politik

Von   /  20. Dezember 2014  /  Keine Kommentare

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rian.- Im Westen wirft man Russland vor, mit bezahlten Meinungsmachern an Einfluss in den Medien gewinnen zu wollen, schreibt die „Nesawissimaja Gaseta“ am Montag. Die Teilnehmer einer Konferenz zum Thema „Krise in den Russland-EU-Beziehungen: Ursachen und Wege zur Überwindung“, die von der russischen Partei für Volksfreiheit (russ. Abk: PARNAS) und der Allianz der Liberalen und Demokraten für Europa (ALDE) organisiert wurde, sprachen über die Probleme der russischen Opposition und darüber, dass Russlands Einfluss auf das Meinungsbild in den westlichen Medien zunehmend wächst.

Die Bundestags- und PACE-Abgeordnete Marieluise Beck sagte, die westliche Gesellschaft habe immer noch nicht gelernt, angemessen auf die russische Propaganda zu reagieren. Ihr zufolge kann man von einem Informationskrieg in den europäischen Medien sprechen, der vermutlich „aus St. Petersburg und anderen russischen Städten“ gesteuert wird. Zudem verwies Beck auf Moskaus Annäherung an nationalistischen Parteien in Europa.

Ellen Bork, Expertin der Stiftung Foreign Policy Initiative, teilte mit, dass in vielen großen US-Zeitungen offenbar von Russland bezahlte Artikel veröffentlicht werden. So etwas habe es in Amerika bereits gegeben, als in der US-Presse während den heftigen Auseinandersetzungen zwischen Washington und Peking viele „prochinesische Artikel“ erschienen. Die US-Regierung könne kaum etwas dagegen tun, weil es sich in diesem Fall um eine Verletzung der Meinungsfreiheit handeln würde. Expertin Bork zufolge bewirbt Russland aktiv seinen politischen Kurs in den US-Medien und macht selbst vor innenpolitischen Themen wie die Präsidentschaftswahl nicht halt.

Die frühere estnische Ministerpräsidentin Kristiina Ojuland äußerte, von Russland bezahlte Berichte gebe es in den westlichen Medien bereits seit mindestens fünf Jahren. „Ich habe keine konkreten Beweise, aber einige westliche Analytiker behaupten, dass viele Verlage und Journalisten finanziell mit dem Kreml verbunden seien. Das sieht man anhand von Pro-Putin-Berichten in den Medien.“ Zugleich behauptete Ojuland, selbst einmal „Zielscheibe“ von „offensichtlich bezahlten Berichten“ gewesen zu sein.

Alexej Makarkin vom russischen Zentrum für politische Forschungen sagte, dass in den westlichen Medien manchmal tatsächlich prorussische Artikel erscheinen, die „Befürworter der Realpolitik schreiben, die der Ansicht sind, dass man auf Ideologie verzichten und den politischen Pragmatismus in den Vordergrund stellen sollte“. Zugleich räumte er ein „kollektives Trolling“ in den westlichen Medien ein, das aus Russland gesteuert werde. „Wenn ein Autor unter den Kommentaren zu seinem Artikel 30 oder 40 aggressive Äußerungen findet, er wäre Faschist und Lügner, dann fühlt er sich bestimmt nicht wohl. Im Westen ist man daran nicht gewohnt und weiß nicht, was man dagegen tun kann.“

Bild: Wikimedia Commons

www.rian.ru

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Über den Autor

Eugen von Arb lebt in St. Petersburg, ist Co-Herausgeber der SPZ Online.

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