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Vor zwanzig Jahren wurde Litauen unabhängig von der Sowjetunion

Von   /  21. Januar 2011  /  Keine Kommentare

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TOPTICKER.- Der Oberste Sowjet der damaligen Lettischen Sozialistischen Sowjetrepublik hatte am 11. März 1990 die Unabhängigkeit von Moskau proklamiert. Die Zentralbehörden der Sowjetunion lehnten den Beschluss als verfassungswidrig ab. Im Januar 1991 begannen in Litauen Massenproteste, worauf Formationen sowjetischer Elite- und der Luftlandetruppen in die Republik verlegt wurden. Sie brachten mehrere strategische Objekte unter ihre Kontrolle.

Der damalige Sekretär des Zentralkomitees der Lettischen Kommunistischen Partei, Juosas Jarmalavicius, ordnete an, das Komitee für nationale Rettung als das einzige legitime Machtorgan in Litauen zu bilden. In der Nacht zum 13. Januar rückte eine Kolonne sowjetischer Panzertechnik ins Zentrum der litauischen Hauptstadt. Bei der Verteidigung des Parlaments und des Fernsehturmes kamen 14 Menschen ums Leben, die teilweise von Panzern überrollt und teilweise erschossen wurden. Es gab nach unterschiedlichen Angaben zwischen 600 und 1000 Verletzte.

Referendum bestätigte Unabhängigkeit

Als Antwort auf die blutigen Ereignisse fand am 9. Februar 1991 ein Referendum statt. Bei einer Beteiligung von 85 Prozent stimmten 90,5 Prozent der Wähler für ein unabhängiges Litauen. Das isländische Parlament beschloss als erstes in der Welt, Litauen als unabhängigen Staat anzuerkennen. Nachdem im August 1991 in Moskau ein Putschversuch kommunistischer Hardliner fehlgeschlagen war, wurde Litauens Unabhängigkeit innerhalb kürzester Zeit von mehr als 90 Staaten anerkannt.

Zur Klärung der tragischen Umstände wurde eine gemischte litauisch-russische Kommission gebildet, zu der angesehene Historiker beider Länder gehören. „Versuche, die Schuld für das Blutvergießen von 1991 Russland in die Schuhe zu schieben, führt zur übermäßigen Politisierung und zur Schürung von Emotionen. Ein solches Herangehen wird für den russisch-litauischen Dialog kaum förderlich sein“, heißt es in einer Erklärung der russischen Botschaft in Litauen.

Russland will Historikerkommission gründen

Russland sieht sich nicht für die Ereignisse in Litauen vom Januar 1991 verantwortlich und schlägt vor, die Vergangenheit von Historikern bewerten zu lassen, heisst es in dem Papier. „Die Botschaft der Russischen Föderation trauert wie alle anderen um die damals ums Leben gekommenen Menschen und spricht ihren Angehörigen tiefempfundenes Beileid aus.“ (rian)

Bild: Wikimedia Commons

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Über den Autor

Eugen von Arb lebt in St. Petersburg, ist Co-Herausgeber der SPZ Online.

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