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Volkstrauertag auf den Feldern des Todes um Petersburg

Von   /  17. November 2015  /  Keine Kommentare

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eva.- Zum Volkstrauertag fand die bereits traditionelle Gedenkveranstaltung auf den Soldatenfriedhöfen von Sinjawino und Sologubowka statt. Neben der deutschen Gemeinde von St. Petersburg nahmen auch diesmal Vertreter der russischen Seite teil (Fotogalerie).

Es ist ein einfaches Ritual, das schon seit 15 Jahren am Volkstrauertag stattfindet. Einfach und eindrucksvoll zugleich, denn an wenigen Orten der Welt sind die Opfer von Krieg und Totalitarismus so nah und zahlreich begraben wie in der Region um St. Petersburg. Eine deutsche Delegation mit Vertretern des Generalkonsulats in St. Petersburg sowie eine Abordnung des Kirower Gebiets besuchen zusammen mit Geistlichen der russisch-orthodoxen, katholischen und lutheranischen Kirche die Friedhöfe, auf denen die Toten der Schlacht um Leningrad in den Jahren von 1941-44 liegen.

In der Gegend um den Eisenbahnknotenpunkt Mga und das nahe Newa-Ufer fanden in diesen Jahren die blutigsten Schlachten zwischen der Wehrmacht und der Roten Armee statt. Verzweifelt versuchte hier das russische Heer die Abschnürung Leningrads durch die Deutschen zu durchtrennen oder wenigstens einen Versorgungskorridor für die hungernde Stadt zu schaffen.

Aktive Friedensarbeit mit russischen und deutschen Volontären

Während drei Jahren verbluteten hier im Sumpfland und im klirrenden Frost hunderttausende Soldaten, von denen noch heute viele nicht geborgen sind. Den russischen Männern und Frauen ist bei Sinjawino ein Denkmal gesetzt. Dort ist jeweils die erste Station der Gedenkveranstaltung.

Seit 2000 werden auf dem Friedhof von Sologubowka deutsche Soldaten begraben. Jedes Jahr kommen auf den grossen Steinen, die den Weg zum Kreuz säumen, neue Namen Gefallener hinzu, die bis dahin als vermisst galten. Die gemeinsame Bergung der Toten durch russische und deutsche Volontäre, die durch die deutsche Kriegsgräberfürsorge organisiert wird, ist aktive Friedensarbeit.

Bilder: Eugen von Arb/ SPB-Herold

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Fotogalerie: Die Blockade – das 900-tägige Trauma Leningrads

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Über den Autor

Eugen von Arb lebt in St. Petersburg, ist Co-Herausgeber der SPZ Online.

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