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„Volksregisseur“ Eldar Rjasanow gestorben

Von   /  10. Dezember 2015  /  Keine Kommentare

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eva.- Eldar Rjasanow, der am 30. November im hohen Alter gestorben ist, war ein Volkskünstler, dessen Filme noch heute zu den besten Sendezeiten am Fernsehen gezeigt werden. Nebst zahlreichen Komödien drehte er auch subtilere Filme über den sowjetischen Alltag.

Eldar Rjasanow verstand es wie sein Zeitgenosse Leonid Gaidai, Komödien mit volkstümlichem Humor zu drehen. Noch heute stehen Streifen wie „Die unglaublichen Abenteuer der Italiener in Russland“ oder „Vorsicht – Auto!“ beim russischen Publikum ganz oben in den Charts. Die beiden Filme „Karnevalsnacht“ und „Ironie des Schicksals“ gehören für die Sowjetgeneration zum Silvesterabend wie Champagner und Kaviarbrötchen.

Rjasanows wirklich Meisterschaft kommt aber in seinen Filmen zur Geltung, die den sowjetischen Alltag beschreiben und auf humoristische Weise Gesellschaftskritik üben. In „Die Garage“ wird meisterhaft der russische Bürokraten-Dschungel in einer Wohngenossenschaft bei der Verteilung von Garagen aufgezeigt. So gelungen Rjasanow die Mängel herauszeichnete, so geschickt gelang es ihm, sie mit seinem Humor zu verharmlosen. In dieser Rolle wurde er von der russischen Führung geschätzt und gefördert.

Früher Kinohit „Karnevalsnacht“

Themen wie Versorgungsknappheit, Wohnungsmangel und sozialistisches Einheitsgrau wurden von ihm brilliant umgesetzt. Redewendungen aus seinen Filmen werden fast täglich zitiert. Eines der differenziertesten Bilder des sowjetischen Lebens gelang ihm mit „Bahnhof für zwei“ mit Ljudmila Gurtschenko, Oleg Basilaschwili, Alexander Schirwindt und Nikita Michalkow in den glänzenden Hauptrollen.

Rjasanow wurde 1927 in Samara geboren und absolvierte ab 1950 das Moskauer Filminstitut (VGIK). Schon 1955 wurde er Regisseur bei Mosfilm, und bereits 1956 landete er mit der „Karnevalsnacht“ seinen ersten Kinohit, dem viele andere folgten. Seinen Erfolg verdankte er vor allem seiner Vielseitigkeit und seinem Gespür dafür, was in der jeweiligen politischen Atmosphäre möglich war.

Neben seiner Arbeit als Regisseur war er als Schriftsteller, Liedtexter, Drehbuchautor und Fernsehmoderator tätig. 2002 wurde er Präsident der russischen Filmakademie „Nika“. Er unterrichtete, gab Meisterkurse und förderte zahlreiche Nachwuchstalente.

Bild: www.kremlin.ru

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Über den Autor

Eugen von Arb lebt in St. Petersburg, ist Co-Herausgeber der SPZ Online.

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