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Vogelschau von der Petersburger Isaakskathedrale

Von   /  23. April 2019  /  1 Kommentar

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eva./wiki.- Von der Rotonde der Kuppel der Isaakskathedrale aus können die Besucher St. Petersburg in allen vier Windrichtungen betrachten. Dazu müssen sie allerdings zuerst 300 Treppenstufen überwinden – doch das lohnt sich für den fantastischen Blick über Dächer und Kuppeln (Fotogalerie).

Die Isaakskathedrale ist die größte Kirche Sankt Petersburgs und einer der größten sakralen Kuppelbauten der Welt. Die Kirche ist 111 Meter lang, 97 Meter breit und 101,50 Meter hoch. Der Durchmesser der vergoldeten Hauptkuppel beträgt 26 Meter. In der Kirche finden mehr als 10.000 Menschen Platz. Seit den 1930er-Jahren wird sie als Staatsmuseum verwaltet.

Der Bau der Kirche begann bereits vier Jahre nach der offiziellen Gründung von St. Petersburg 1703 als Holzbau und dauert mehr als ein Jahrhundert bis zum heutigen Bau. Unterbrochen durch Pleiten, Pech und Pannen, sowie Kriege und Krisen wurde die Kathedrale schliesslich nach dem Sieg über Napoleon nach einem Projekt des Franzosen Auguste Ricard de Montferrand bis 1858 vollendet.

Atheismus-Museum

Nach der Oktoberrevolution von 1917 wurden in der Isaakskathedrale noch bis 1928 Gottesdienste abgehalten. Danach wurde in der Kirche ein antireligiöses Museum eingerichtet, das 1931 seine Pforten öffnete. Damals wurde ein 91 Meter langes Foucaultsches Pendel in die Kuppel gehängt.

Im Zweiten Weltkrieg diente die Isaakskathedrale als Depot für Kunstgegenstände aus den um Leningrad liegenden Zarenresidenzen. 1942 wurden die fünf vergoldeten Kuppeln mit einem grünen Tarnanstrich überzogen. Die Kathedrale hatte dennoch erheblich unter dem deutschen Artilleriebeschuss zu leiden. Nach dem Krieg begannen aufwändige Restaurierungsarbeiten. Die Restaurierung war 1960 abgeschlossen.

Restutition nicht erfolgt

1990 konnte erstmals wieder ein Gottesdienst abgehalten werden. Eine erneute Restaurierung erfolgte in den Jahren 1994 bis 2003. Heute werden an hohen Feiertagen Gottesdienste in der Isaakskathedrale zelebriert. Im Jahr 2018 besuchten 18.000 Gemeindemitglieder die zweimal täglich statt findenden Gottesdienste nebst 2,4 Millionen Touristen.

Am 10. Januar 2017 verkündete der Gouverneur von St. Petersburg Georgi Sergejewitsch Poltawtschenko, dass die Kathedrale der Russischen Orthodoxen Kirche zurückgegeben werden solle. Umgehend kam es zu Protesten gegen diese Absicht, und bis Januar 2019 gab es keinen entsprechenden Antrag der ROK. Laut Umfragen gibt es in einer deutlichen Mehrheit der Bevölkerung keine Unterstützung für einen solchen Übertrag.

Die politischen Querelen sorgten für einen starken personellen Verlust, da die meisten Museumsmitarbeiter, die gegen die Restitution waren, ihre Stellen aufgaben. Dies änderte jedoch nichts an der Popularität der Kathedrale unter den Touristen – allerdings zahlen dieses neuerdings zweimal Eintritt, für den Besuch der Rotonde und jenen in der Kirche, während früher beides mit einem Ticket zugänglich war.

Bilder: Eugen von Arb/ SPB-Herold

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  • Veröffentlicht: 8 Monaten vor auf 23. April 2019
  • Von:
  • Zuletzt geändert: April 23, 2019 @ 6:06 pm
  • Rubrik: Aktuell

Über den Autor

Eugen von Arb lebt in St. Petersburg, ist Co-Herausgeber der SPZ Online.

1 Kommentar

  1. Tolle Fotos! Wenn ich wieder zu Hause bin gehe ich auch mal wieder. Die Kirche ist ja wieder säkular da kann mann den Eintritt ruhig zahlen und ist sicher das er dem Erhalt dient. :)

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