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Visafreier Grenzverkehr in Finnlands Grenzregion schon bald Realität?

Von   /  27. Mai 2010  /  1 Kommentar

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TOPTICKER.- Eine finnische Regierungskommission behandelt das Projekt eines visafreien Grenzverkehrs mit Russland, schreibt Fontanka.ru. Der politische Wille, eine solche Lösung für die nahe Grenzregion einzuführen scheint vorhanden, doch ist noch nicht klar, inwiefern die Schengen-Bestimmungen dies zulassen.


Schon heute fahren täglich hunderte Russen per Bus oder Auto nach Finnland, um sich in den Supermärkten von Laappenranta mit Waren des täglichen Gebrauchs zu versorgen, und bereits jetzt ist das finnische Mehrfachvisum von allen Schengenvisa am einfachsten zu erhalten. Schon lange hat Finnland die wirtschaftliche Bedeutung der russischen Besucher erkannt.

Würde sich das finnische Projekt tatsächlich realisieren, so könnte die Reise ins nördliche Nachbarland für die Russen bald noch einfacher werden. Mit der Einführung des biometrischen Passes erfüllt Russland eines der wichtigsten Kriterien für eine solche Lösung.

Strenge Begrenzungen durch Schengen-Abkommen

Durch seine Mitgliedschaft im Schengener Abkommen ist Finnland jedoch an strenge Begrenzungen im kleinen Grenzverkehr gebunden. Diese lassen grundsätzlich den visafreien Verkehr in Regionen bis zu 30 Kilometern, und in Ausnahmefällen 50 Kilometern von der Grenze zu.

Für Bewohner von Wyborg oder Swetogorsk könnten damit die Schlagbäume nach einer bilateralen Vereinbarung zwischen Moskau und Helsinki schon bald in die Höhe schnellen. Seit April existiert eine ähnliche Lösung mit Norwegen in der Gegend von Murmansk.

Auch andere Nachbarn verhandeln mit Russland

Die Reisefreiheit für Russen und Finnen aus Helsinki und St. Petersburg ist jedoch bereits eine internationale Angelegenheit. Wie schnell hier eine Einigung mit den übrigen Schengenstaaten gefunden werden kann, ist fraglich, zumal in einigen Staaten die Vorbehalte gegenüber einer solchen Öffnung nach Osten noch deutlich stärker sind als im kleinen Finnland.

Helfen könnte die Pläne weiterer russischer Nachbarstaaten, wie Polen und Litauen, die zur Zeit über eine Grenzöffnung mit Russland verhandeln. Für isolierte Regionen wie Kaliningrad könnte eine solche Lösung ungeahnte wirtschaftliche Impulse bringen.

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Über den Autor

Eugen von Arb lebt in St. Petersburg, ist Co-Herausgeber der SPZ Online.

1 Kommentar

  1. realsatire sagt:

    Visa sind ein Instrument der nicht vernetzten Welt. Als noch in papier zentralregistern per Telex angerfragt wurde ob ein Reisender auch ein Netter ist.

    Visa sind Heute nur noch für die Valuta Finanzierung der grossen Botschaften im Ausland wirklich wichtig und im Diplomatischen Geben und Nehmen ein wichtiges Zeichen des Grads der interstaatlichen Zusammenarbeit.

    Doch in einer vernetzten Welt – Was macht es für einen Unterschied ob die Kontrolle „Wer“ sich da Zugang zu „meinem“ Land macht in einem Konsulat in Berlin/St. Petersburg oder in Torfjanowka oder am Flughafen an der Grenz stattfindet? Die Kontrolle wird sicherlich noch lange Bestehen. Das Risiko an der Grenze abgelhnt zu werden haben sowieso nur Menschn die öfters Reisen und sich daher gut auskennen.

    Darum weg mit dem ganzen VISA Quatsch der ausser ein paar überflüssigen und teuern Beamten niemand mehr Freude bereitet.

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