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Viele Petersburger Museen und Paläste wieder geöffnet – Kleinbühnen kämpfen ums Überleben

Von   /  23. Juli 2020  /  Keine Kommentare

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eva.- Nach monatelanger Schliessung haben in den vergangenen Tagen viele Petersburger Museen wieder ihre Türen geöffnet. Die grossen Verlierer im Kulturbereich sind die nichtkommerziellen Theater- und Puppenbühnen der Stadt, die auf Eintrittsgelder angewiesen sind und von denen die meisten dieses Jahr keine staatliche Unterstützung erhalten.

Seit Mitte Juli haben viele bekannte Museen der Kulturhauptstadt wieder geöffnet – darunter die Eremitage, das Russische Museum, die Blutskirche, die Isaakskathedrale, das Museum für Etnographie und Antropologie, das Achmatowa-Museum, das Kriegsflottenmuseum, das Zoologische Museum und die Manege. Auch die Zarenresidenzen Peterhof, Puschkin, Pawlowsk und Gatschina mit ihren prächtigen Parks sind ganz oder teilweise wieder offen für den Besuch.

Einige Institutionen haben sich entschlossen, länger zu warten, so das Erarta-Museum für zeitgenössische Kunst auf der Wassili-Insel, das erst am 2. September die Isolationsphase beendet. Wie die Museumsleitung der Zeitung RBK mitteilte, werden sämtliche Museumspässe automatisch um die verlorenen 170 Besuchstage verlängert. Allerdings haben die meisten Ausstellungsflächen besondere Besuchsregeln eingeführt, um die Covid-Abstandsregeln einzuhalten. Das Russische Museum beispielsweise verkauft seine Tickets nur online und lässt nur 10 Personen alle 20 Minuten in die Ausstellung.

Weniger Geld für weniger Institutionen

Die Bühnen und Konzertsäle bleiben hingegen weiter geschlossen. Während einige Orchester an Freiluftkonzerten auftreten, haben es die Theater schwerer und müssen sich vorerst noch mit reinem Probebetrieb oder Online-Übertragungen begnügen.

Für die staatlichen Kultur-Institutionen ist zumindest die Grundversorgung gesichert, während private Bühnen dieses Jahr gar keine oder noch weniger Subventionen von der Stadt erhalten. Wie Fontanka.ru schreibt, unterstützt das Petersburger Kulturkomitee 2020 nur 7 anstatt wie im Vorjahr 30 nichtkommerzielle und sozial orientierte Kulturprojekte mit insgesamt 16 Millionen statt 40 Millionen Rubel.

International ausgezeichnete Institutionen kämpfen ums Überleben

Bei den meisten haben sich bereits grosse Schulden bei den Unterhaltskosten angehäuft, weil sie mit ihren Reserven die Löhne der Mitarbeiter bezahlt haben. Für sie wird die weitere Beibehaltung des Lockdowns zur Überlebensfrage. Viele dieser Puppen- oder Kleinbühnen wie das Theater AXE, „Kukolny Format“, „Osobnjak“ oder „Karlsson haus“ haben in den vergangenen Jahren nationale und internationale Auszeichnungen erhalten, schreibt Fontanka.ru

Bild: Eugen von Arb/ SPB-Herold

www.fontanka.ru

www.rbcdaily.ru

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  • Veröffentlicht: 2 Wochen vor auf 23. Juli 2020
  • Von:
  • Zuletzt geändert: Juli 23, 2020 @ 6:55 pm
  • Rubrik: Aktuell, Kultur

Über den Autor

Eugen von Arb lebt in St. Petersburg, ist Co-Herausgeber der SPZ Online.

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