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Verschobene Petersburger Siegesparade im Covid-Schatten

Von   /  26. Juni 2020  /  Keine Kommentare

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eva.- Die verschobene Militärparade zum 75. Jahrestag des Siegs über Nazideutschland fand wie geplant in 28 russischen Städten statt – darunter auch in St. Petersburg. Die Epidemie-Einschränkungen liessen die Jubiläumsveranstaltung zu einem relativ schwach besuchten Anlass werden.

4.500 Wehrpflichtige begleitet von 140 Militärfahrzeugen und 30 Flugzeugen und Hubschraubern bestritten die diesjährige Parade, die am 16. April wegen der wachsenden Covid-Ansteckungszahlen vom traditionellen 9. Mai auf den 24. Juni verschoben worden war. Auf der Tribühne standen und sassen der Petersburger Gouverneur Alexander Beglow und andere RegierungsvertreterInnen, sowie 220 Kriegsveteranen.

Sämtliche zugelassenen Besucher mussten zuvor eine Sperre passieren und wurden von Mitarbeitern der staatlichen Sanitärbehörde Rospotrebnadsor untersucht. Wer keine Masken oder Handschuhe bei sich hatte, dem wurden welche ausgehändigt. Wie jedoch die Bilder der Parade zeigen, schien man sich im Publikum generell wenig um die Epidemie zu scheren und hängte sich die Maske bestenfalls unters Kinn. Sowohl der Gouverneur wie auch die tausenden SoldatInnen trugen keine Schutzmasken.

Junarmia marschiert mit

Unter den paradierenden Truppen befand sich auch ein rotbrauner Block der sogenannten „Junarmia“, einer militärischen Freiwilligenorganisation für Jugendliche. Ihre Teilnahme an den Proben für die Parade hatte wenige Tage zu einem Skandal geführt, nach dem den Jugendlichen die Teilnahme untersagt worden war – doch schien man unterdessen umentschieden zu haben.

Die Covid-Ansteckungsgefahr hatte dafür gesorgt, dass diesjährige Parade nur von wenigen Stadtbewohnern besucht wurde. Auch das Verschiebedatum liessen diesen Tag nicht zu einem „wahren“ 9. Mai werden. Die normalerweise überfüllten Strassen waren wenig bevölkert, der Newski Prospekt halbleer. Dutzende anderer russischer Regionen und Städte hatten ihre Paraden wegen der Covid-Pandemie neuerdings verschoben, abgesagt oder ganz ohne Zuschauer durchgeführt.

Putin erinnert in einem Artikel an das Münchner Abkommen

Im Zusammenhang mit dem Siegesjubiläum hatte ein Artikel von Wladimir Putin über den Zweiten Weltkrieg für Aufsehen gesorgt. Darin lastet er den Westmächten eine wesentliche Mitschuld am Ausbruch des Zweiten Weltkrieg an. Mit dem Münchner Abkommen von 1938, in dem Frankreich und England Hitler „des Friedens willen“ die Tschechoslowakei opferten, wurde dem Krieg nach Ansicht Putins wesentlich Vorschub geleistet. Der Rippentropp-Molotow-Pakt von 1939 war laut Putin eine „defensive“ Massnahme und für die Sowjetunion „ohne Alternative“.

Bild: www.gov.spb.ru

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Über den Autor

Eugen von Arb lebt in St. Petersburg, ist Co-Herausgeber der SPZ Online.

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