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Verschneites Image – Regierung Matwijenko verliert Rückhalt in der Bevölkerung dank Schneedebakel

Von   /  15. März 2010  /  Keine Kommentare

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eva.- Eine vom Smolny in Auftrag gegebene Umfrage attestiert der Petersburger Gouverneurin einen katastrophalen Verlust an Popularität. Umgekehrt hat die Opposition in den letzten Monaten viele Sympathisanten gewonnen. Schuld daran soll das Versagen der Regierung angesichts der Schneekatastrophe sein – Soziologen sehen aber noch viele andere Gründe.

Die Telefonumfrage der Agentur „Megapolis“ bei 1500 Petersburgerinnen und Petersburgern im Alter über 18 Jahren zum Thema „Effektivität der Arbeit der Petersburger Stadtregierung“ stellt einen starken Rückgang an Unterstützung für das Stadtoberhaupt seit dem Jahreswechsel fest. Laut diesen Zahlen befürwortet weniger als ein Drittel der Bevölkerung ihren Kurs, während sich die Zahl Oppositionsanhänger auf rund 20 Prozent verdoppelt hat.

Noch im vergangenen Oktober hatten 44,6 Prozent die Arbeit der Gouverneurin und ihrer Regierung als zufriedenstellend befunden – im Dezember waren es noch 38,5 Prozent und im Februar waren es noch 32,6 Prozent. Im selben Zeitraum stieg die Zahl der „Unzufriedenen“ von 10,3 Prozent im Oktober auf 13 Prozent im Dezember und 19,9 Prozent im Februar.

Nur kurz nach Amtsantritt so unpopulär wie jetzt

Nur einmal in ihrer siebenjährigen Karriere befand sich Matwijenko in einem ähnlichen Popularitätstief – im Dezember 2004, ein Jahr und drei Monate nach ihrem Amtsantritt. Damals hielten sich ihre Befürworter und Gegner ungefähr die Waage mit 27,3 Prozent und 26,1 Prozent. Obschon der Smolny die Studien selbst in Auftrag gegeben hat, behaupteten die Regierungsverantwortlichen gegenüber der Zeitung „Kommersant“, die um Stellungnahme bat, sie hätten den Bericht nicht gesehen.

Als Hauptgrund für das Stimmungsdebakel führen die Soziologen den diesjährigen Katastrophenwinter und das offensichtliche Versagen der Stadtregierung an. Als zweites Motiv sehen sie den von der Regierung unterstützten Gazprom-Turm „Ochta-Zentr“ und ihr undemokratisches Verhalten in dieser Frage.

Soziologe: Regierung ignoriert Volksmeinung

Der Politologe Wladimir Wasilew ist überzeugt, dass die Probleme des Smolny weit über das Schnee-Fiasko hinausgehen. „Das ist die Reaktion darauf, dass sich der Smolny demonstrativ weigert, in dringenden Problemen die Meinung der Bevölkerung wahrzunehmen: die Probleme der Kleinunternehmer, die Zerstörung des historischen Zentrums, die Grossüberbauungen und das „Ochta-Zentr“.“ Laut Wasilew hat es die Bevölkerung der Gouverneurin übel genommen, dass sich die Lebensqualität für den einzelnen Bürger in den Vorkrisenjahren trotz voller Kassen kaum verbessert hat.

Weitere Kritikpunkte: öffentlicher Verkehr und Antikrisenmassnahmen

Während die Schnee-Unzufriedenheit mit dem Einzug des Frühlings wegschmelzen, bzw. vergessen wird. bleiben die übrigen Probleme bestehen. Laut Soziologen besteht für die Regierung kaum Aussicht auf eine Verbesserung ihres Images – lediglich ein Drittel der Befragten fand, das Leben in Petersburg werde sich verbessern. Die Zahl jener, welche die Lage mit „unerträglich“ beschrieben, wuchs hingegen von 5,6 auf 9,1 Prozent. 87,9 Prozent beklagte sich über den schlechten Zustand des öffentlichen Verkehrs und nur 17,9 Prozent zeigten sich befriedigt von den Antikrisenmassnahmen der Regierung.

Bild: Eugen von Arb/SPB-Herold

www.kommersant.ru


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  • Veröffentlicht: 9 Jahren vor auf 15. März 2010
  • Von:
  • Zuletzt geändert: März 15, 2010 @ 3:00 pm
  • Rubrik: Aktuell

Über den Autor

Eugen von Arb lebt in St. Petersburg, ist Co-Herausgeber der SPZ Online.

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