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Verliert Petersburg erneut seine Fährverbindungen?

Von   /  8. Oktober 2016  /  Keine Kommentare

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eva.- Wegen gesunkener Passagierzahlen und Rendite wird das Fährschiff „Princess Maria“ aus der Ostsee abgezogen. Zwar verspricht die St. Peter Line, die bisherigen Verbindungen vorläufig mit nur einem Schiff aufrechtzuerhalten, doch längerfristig ist die Lage unklar, und es ist möglich, dass Petersburg wiederum seine Schiffsverbindungen verliert.

Die „Princess Maria“ startete 2010 den Fährverkehr nach Helsinki. Später im selben Jahr kam die Fähre Prinzessa Anastasia auf der Strecke Petersburg-Stockholm dazu, die später mit einem Zwischenhalt in Tallinn ausgebaut wurde. Beide Fähren gehörten dem zypriotischen Unternehmen Cruise and Ferry Investment Holding Co und fuhren unter maltesischer Flagge

Zwischen 2010 und 2013 hatte sich die Passagierzahl von 215.000 auf 750.000 Personen mehr als verdreifacht. Danach brachen die Zahlen wegen der Verschlechterung der politischen Lage um fast einen Drittel auf rund 570.000 Personen ein. Auch die Struktur der Fährtouristen veränderte sich seither stark. Anstelle der überwiegend russischen und finnischen Touristen traten vermehrt deutsche und chinesische Touristen.

Chinesen und Deutsche knausriger als Russen

Trotz der relativ guten Auslastung sanken die Einnahmen deutlich, was unter anderem mit steigenden Unterhalts- und Liegegebühren und dem schlechteren Duty-Free-Geschäft zusammenhängt. Die deutschen und chinesischen Passagiere erwiesen sich als wesentlich knausriger als die Russen.

In der Folge entschloss man sich dazu, die „Princess Maria“ an das Fährunternehmen Moby Lines zu verkaufen und anfang November aus der Ostsee abzuziehen. Bei der St. Peter Line verspricht man aber, dass die „Princess Anastasia“ die bisherigen Verbindungen aufrechterhalten wird.

Zukunft ist erneut offen

Noch anfangs dieses Jahres wurde während Gesprächen mit den Petersburger Behörden die Idee laut, dass  die Fährlinie künftig unter russischer Flagge fahren und das Fährangebot mit staatlicher Unterstützung bis ins Schwarze Meer ausgebaut werden könnte. Aber dieses Projekt zerschlug sich bald.

Daher verhandelt St. Peter Line momentan mit anderen Fährgesellschaften über eine mögliche Zusammenarbeit. Ein möglicher Partner könnte die skandinavische  Tallink Silja Line Fährgesellschaft, die 2004 für zwei Saisons eine Verbindung nach Helsinki angeboten hatte. Aber ob man nach diesem Misserfolg erneut den russischen Hafen anlaufen will, ist unklar. Nach sechs Jahren Konstanz ist damit die weitere Zukunft der Petersburger Fährverbindungen völlig offen. Wird die Hauptstadt der russischen Seefahrt erneut vom Personenschiffsverkehr auf der Ostsee abgeschnitten?

Bild: Eugen von Arb/ SPB-Herold

www.fontanka.fi

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Über den Autor

Eugen von Arb lebt in St. Petersburg, ist Co-Herausgeber der SPZ Online.

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