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„Velogorod“ – auf Neuholland waren alle mit dem Radl da

Von   /  19. Juli 2013  /  Keine Kommentare

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Von Eugen von Arb

Mit dem Festival „Velogorod“ wurde auf Neuholland ein ganzer Tag dem Zweirad und seiner wachsenden Popularität in St. Petersburg gewidmet. Mit einer Fahrrad-Ausstellung, einer „Veloschule, Testfahrten, Vorträgen, Diskussionen und Filmen wurde der Drahtesel thematisiert (siehe Fotogalerie).


In St. Petersburg ist längst ein Velo-Boom im Gang. In Gesprächen von Autolenkern kommt das Fahrrad im öfter vor – meist beschwert man sich über das „gefährliche“ Verhalten der Radfahrer und gern vergisst man dabei die rücksichtslose Fahrweise vieler Russinnen und Russen. Und überhaupt – in einer Zeit, wo Petersburgs Strassen allein schon wegen der PKWs völlig überlastet sind, wo soll man da noch Platz für Velos finden?! Sie sollen gefälligst im Park oder auf der Datscha fahren!

Erste zaghafte Versuche der Stadt

Immer weniger sind sind mit dieser Meinung einverstanden, und bereits vor einigen Jahren wurden von der Stadtregierung zaghafte Versuche unternommen, erste Radwege in der Stadt anzulegen. Bisher ist es bei den Versuchen geblieben – ein Konzept fehlt völlig. So wurde im Sommerprogramm auf Neuholland ein grosser Punkt zu diesem Thema gesetzt – ein Tag, der nur dem Fahrrad gehörte. Schon beim Anmarsch zur Kanalinsel wurde man auf die dutzenden, wenn nicht hunderten Fahrräder aufmerksam, die mit dem Vorderrad elegant auf dem Geländer des Kanals parkiert worden waren.

Auf dem Gelände fuhren einem dann schon nach wenigen Schritte die ersten ulkigen Räder mit lachenden und kreischenden Lenkern und Lenkerinnen entgegen. Sie stammten aus der Ausstellung mit Retro- und Designerfahrrädern von Igor Baronas, der in der Mitte des Geländes einen ganzen Platz mit seiner Kollektion vollgeparkt hatte. Wer noch gar nie radgefahren war (und solche gibt es in Russland immer noch viele), konnte es in einer „Veloschule“ gleich erlernen. Dazu wurden gleich die wichtigsten Verhaltensregeln und Tipps für Radfahrer in der Stadt vermittelt.

Eine Radspezialistin aus Dänemark erzählt

Zur selben Zeit dozierte die dänische Urbanistin Louise Vogel Kielgast auf der kleinen Bühne über die „Velosierung“ der Stadt Kopenhagen und gab ihrem Publikum Tipps, um mit ihren Anliegen politisch weiterzukommen. In ihrem Vortrag erzählte sie auch von von der Entwicklung in Städten wie New York und London, wo das Fahrrad bis vor vier oder fünf Jahren noch überhaupt kein Thema war. Anschliessend daran konnten die Besucher mit Vertretern aus der Stadtregierung im Smolny, dem Stadtparlament, sowie wichtigen Persönlichkeiten der Petersburger Radbewegung, wie Sergei und Maria Nikitin, den Organisatoren der „Velonacht“ diskutieren und Fragen stellen.

Daneben standen alle anderen Attraktionen des Neuholland-Sommers zur Verfügung: Allen voran der herrliche Rasen, auf dem sich viele sonnten, die „Offene Bibliothek“, wo jeder Bücher hinlegen und holen kann oder die Skate-Board-Bahn sowie die Restaurants und Shops, die den ganze Saison über geöffnet sind. Auch die Ausstellungen „Ich und mein Modell“ (Me & My Models) mit Bildern des holländischen Fotografen Jan Hoek sowie die Schau „Lushaika“ mit Objekten zeitgenössischer KünstlerInnen aus Russland und Holland hatten grossen Zulauf am „Velosonntag“.

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Über den Autor

Eugen von Arb lebt in St. Petersburg, ist Co-Herausgeber der SPZ Online.

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