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Vandalen zerstören Relief an Petersburger „Mephistopheles-Haus“

Von   /  28. August 2015  /  2 Kommentare

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eva.- Am denkmalgeschützten „Haus mit dem Mephistopheles“ an der Lachtinskaja-Strasse auf der Petrograder Seite schlugen am 26. August Unbekannte den Teufelskopf aus dem Barelief am Giebel heraus. Als Täter werden religiöse Fanatiker verdächtigt, eine ominöse Kosaken-Organisation hat sich zu dem Vandalenakt bekannt.

Kurz nachdem das Verschwinden des stadtbekannten Teufelskopfs bekannt geworden war, meldete sich der Angestellte einer Reinigungsfirma bei der Polizei und erzählte, er und seine Kollegen hätten an dem besagten Tag den dringenden Auftrag erhalten, die Trümmer wegzuräumen, die man in vier Säcken einem Abfallcontainer rund 300 Meter von der Stelle entsorgt habe. Tatsächlich fand die Polizei einen Teil der Teile und begann die Spur zu verfolgen.

Dabei stellte sich heraus, dass die Entsorgung von der Firma „Stroisad“ angeordnet wurde, die dem Sohn der Lokalpolitikerin Walentina Grigorjewa gehört, die wiederum Besitzerin der Hausverwaltungfirma „Terra“ ist, die unter anderem das „Mephistopheles-Haus“ bedient.

Niemand weiss etwas

Die Familie Grigorjew war im vergangenen Jahr durch Enthüllungen des Antikorruptionsfonds von Alexei Nawalny in die Schlagzeilen geraten, schreibt Fontanka.ru. Von Stroisad war jedoch lediglich zu vernehmen, dass man nichts mit dem Vandalenakt zu tun habe und nicht gewusst habe, worum es sich bei den Bruchstücken auf der Strasse gehandelt habe.

Ausserdem stellte sich heraus, dass die Zerstörung des Bareliefs von Passanten und einem Polizisten beobachtet wurde, der jedoch nicht eingriff. Die Polizei wiederum liess verlauten, der Beamte sei nicht wegen des Reliefs, sondern wegen des Lärms zu dem Ort gefahren, der jedoch bei seinem Eintreffen schon vorbei gewesen sei. So ist bisher nur bekannt, dass die Person, welche den Teufelskopf abschlug einen grünen Arbeitsanzug ohne Aufschrift trug.

„Petersburger Kosaken“

Die Polizei ermittelt nun in verschiedene Richtungen – zum einen gegen religiöse Fanatiker. Wie sich erwies, soll nach dem umstrittenen Bau der Kirche gegenüber direkt gegenüber, ein Priester vor versammelter Gemeinde gesagt haben, der Teufel würde „verschwinden“.

Ausserdem bekannte die ominöse Organisation der „Petersburger Kosaken“ zum dem Vandalenakt. Dieselbe Organisation hatte 2013 die Verantwortung für Schmierereien am Nabokow-Museum übernommen, das sich im Geburtshaus des Schriftstellers an der Bolschaja Morskaja befindet. In Petersburger Kosaken-Kreisen wird jedoch die Existenz einer solchen Organsation klar dementiert. Ein ähnlich brutaler Vandalenakt ereignete sich im Sosnowka-Park im Norden Petersburgs. Dort wurden koreanische Holzfiguren umgesägt.

Bild: Mephisto-Skulptur von Mark Antokolsky in der Eremitage (Foto: Wikimedia Commons)

www.fontanka.ru

Weitere Artikel zu diesem Thema:

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Über den Autor

Eugen von Arb lebt in St. Petersburg, ist Co-Herausgeber der SPZ Online.

2 Kommentare

  1. Wer so argumentiert, der lebt im Mittelalter. Es ist ganz klar, dass momentan viele Russen gerne die Zeit zurückdrehen möchten, aber bisher ist das noch keinem gelungen. Wer das Relief heruntergeschlagen hat, soll seine gerechte Strafe bekommen, das Relief soll wieder an seinen Platz – es gehört zum Petersburg von heute. Es hat die Revolution, Lenin und Stalin überlebt und hat es nicht verdient von irgendwelchen blindwütigen Fanatikern in den Müll geworfen zu werden.

  2. Freund sagt:

    So eine Teufelsfigur ist nun mal wirklich eine Zumutung. Die Entfernung von solchen „Kulturdenkmälern“ ist rechtens. Der Täter sollte belohnt werden. Ob das jetzt Leninfiguren sind oder Teufelsfratzen, Russland hat besseres verdient als dämonischen Müll. 3Mose19:4 Ihr sollt euch nicht zu den Götzen wenden, und gegossene Götter sollt ihr euch nicht machen. Ich bin Yehovah, euer Gott.

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