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Vandalen verunglimpfen Schriftsteller Nabokov – Museumswand in Sankt Petersburg beschmiert

Von   /  31. Januar 2013  /  Keine Kommentare

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TOPTICKER.- Vandalen haben das Wort „Kinderschänder“ auf eine Außenwand des Museums des berühmten russischen Schriftstellers Vladimir Nabokov (1899-1977) in Sankt Petersburg geschmiert, wie die „Gazeta.Ru“ am Dienstag unter Berufung auf die online-Zeitung „Fontanka.Ru“ schreibt.


Vandalen haben das Wort „Kinderschänder“ auf eine Außenwand des Museums des berühmten russischen Schriftstellers Vladimir Nabokov (1899-1977) in Sankt Petersburg geschmiert, wie die „Gazeta.Ru“ am Dienstag unter Berufung auf die online-Zeitung „Fontanka.Ru“ schreibt.

Anzeige erstattet

Vladimir Nabokov, der fast sein ganzes Leben im Exil verbracht hatte, hat sich als einer der bedeutendsten Literaten des 20. Jahrhunderts einen Namen gemacht. Er schrieb auf Russisch und Englisch und ist unter anderem für seine Romane „Lolita“ und „Die Gabe“ bekannt.

Die Museumsleitung hat nach dem Vorfall Anzeige bei der Polizei erstattet. Laut der „Fontanka.Ru“ soll die beleidigende Inschrift, die mit einer Spraydose auf die Hauswand gesprüht wurde, von der „Kosakenorganisation“ stammen, deren Aktivisten bereits in der Nacht zum 9. Januar ein Fenster im Museumsgebäude demoliert und Nabokov Pädophilie vorgeworfen und mit „Gottes Zorn“ gedroht hatten.

„Mit der Wirklichkeit nichts zu tun“

Zu dem Zwischenfall wurde eine polizeiliche Voruntersuchung eingeleitet. Seit mehreren Monaten gehen beim Nabokov-Museum Briefe mit Anschuldigungen wegen „Pädophilie-Propaganda“ ein. „Es handelt sich dabei um wahnsinnige Auslassungen zum Thema Moral. Hierbei werden erfundene Ereignisse aus dem Leben Nabokovs beschrieben, die mit der Wirklichkeit gar nichts zu tun haben“, so Museumsleiterin Tatjana Ponomarjowa.

Das in Sankt Petersburg angenommene Gesetz über das Verbot der „Propaganda für Homosexualität und Pädophilie“ unter Minderjährigen war im Frühjahr 2012 in Kraft getreten. Verstöße gegen dieses Gesetz wurden den weltbekannten Popsängerinnen Madonna und Lady Gaga zur Last gelegt, die bei ihren Konzerten im vorigen Jahr in der Newa-Metropole zu Toleranz gegenüber sexuellen Minderheiten aufgerufen hatten. (rian)

Bild: Eugen von Arb/ SPB-Herold

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Über den Autor

Eugen von Arb lebt in St. Petersburg, ist Co-Herausgeber der SPZ Online.

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