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Umweltschützer vertreiben Investitionsprojekt von Schweizer Firma aus Kurorter Bezirk

Von   /  10. Februar 2014  /  Keine Kommentare

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TOPTICKER.- Der Bau einer Fabrik für umweltfreundliche Chemikalien der Schweizer Firma Chemeco stiess in Beloostrow nördlich von Petersburg auf Widerstand von Umweltschützern. Jetzt sucht die Petersburger Stadtregierung einen neuen Standort.

Der Bau der Fabrik wurde im vergangenen August genehmigt und war auf dem Gelände der ehemaligen Asphalt- und Betonfabrik bei der Ortschaft Beloostrow im Bezirk Kurort vorgesehen. Wie der „Kommersant“ schreibt, verpflichteten sich die Investoren, eine umweltschonende Produktion zu gewährleisten. Ausserdem erfüllte der Standort sämtliche gesetzlichen Vorgaben, darunter der vorgeschriebene Abstand zu Gewässern und Siedlungen. Der See an der Mündung des Flusses Sestra ins Meer bei Sestrorezk liegt sieben Kilometer vom vorgesehenen Bauplatz.

Standort im Erholungsgebiet

Dennoch stiess das Projekt bei den örtlichen Umweltschützern auf erheblichen Widerstand, die sogar eine Eingabe an den Präsidenten formulierten, um den Fabrikbau zu verhindern. Sie machten unter anderem das empfindliche Ökosystem dieser Region und ihre Bedeutung als Erholungsgebiet geltend.

Der Bau der Fabrik bedeute den Verlust von allem, was die Region Kurort besitze, schreiben die Aktivisten in ihrem Brief an Präsident Putin auf change.ru. Tatsächlich ist der grüne Bezirk im Norden von Petersburg die bedeutendste Erholungszone für die Städter – auch zahlreiche einflussreiche Persönlichkeiten aus Politik und Wirtschaft besitzen dort ihre Datschen.

Chemikalien für Strassenreinigung und Enteisung

Nun sollen das Chemikalienwerk an einem anderen Ort gebaut werden. Am ehesten kommt dafür der neue Technopark für innovative Systeme in der Industriezone im Südwesten der Stadt in Frage, die momentan entsteht. Da das Chemikalienwerk keine besonderen Erfordernisse an den Standort stellt, sollte der Wechsel keine Schwierigkeiten bereiten.

Für die Fabrik im Wert von rund einer Milliarde Rubel (rund 22 Millionen Euro), die 2015 gebaut werden soll, wird ein Grundstück von 4,7 Hektaren benötigt. Das Werk will sich in erster Linie auf umweltverträgliche Mittel für die Strassenreinigung und zur Enteisung von Strassen und Flugzeugen spezialisieren.

Alternative Enteisungsmethoden haben höchste Priorität

Angesichts des hohen Salzverbrauchs in den letzten Wintern wurde der Suche nach alternativen Enteisungsmethoden von Gouverneur Georgi Poltawtschenko höchste Priorität verliehen. Zwar könnte der vier- bis fünf Mal höhere Preis der Enteisungschemikalien gegenüber dem Salz ein Problem werden, doch hat der Gouverneur bereits eine Testanwendung der Antifrostchemie im Petrograder Bezirk und in Kronstadt angeordnet.

Nach der Fertigstellung des neuen Flughafens Pulkovo könnte bei wachsendem Flugverkehr von und nach Petersburg auch die Verwendung von Enteisungsmitteln  für Tragflächen zunehmen und für die Chemiker aus der Schweiz zu einem lukrativen Geschäft werden.

Bild: Enteisung eines Airbus auf dem Flughafen Scheremetjewo (Wikimedia Commons).

www.kommersant.ru

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Über den Autor

Eugen von Arb lebt in St. Petersburg, ist Co-Herausgeber der SPZ Online.

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