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Über hundert Festnahmen bei Demo für Versammlungsfreiheit in Petersburg

Von   /  1. November 2010  /  Keine Kommentare

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TOPTICKER.- Obrigkeit und Polizei zeigten gegenüber der politischen Opposition unerwartete Härte. An der Kundgebung für den Verfassungsartikel 31 waren Polizei und Omon-Sonderpolizei mit einem Reisenaufgebot präsent und verhafteten insgesamt 113 Teilnehmer.


Die traditionell-nicht genehmigten Demo vor dem Gostiny Dwor und auf dem Schlossplatz, die in den Monaten zuvor eine gewisse Toleranz von Seiten der Obrigkeit erfahren hatte, wurde am 31. Oktober unerwartet stark unterdrückt. Schon am frühen Nachmittag wurde das Gebiet um das Gostiny Dwor grossräumig mit Postenketten und Polizeifahrzeugen abgegrenzt.

Als die Kundgebung um 18 Uhr begann, wurden nicht wie sonst nur die laut auftretenden Demonstranten festgenommen, sondern alle, die nach dem Aufruf der Polizei den Platz nicht verliessen. Sie wurden unzimperlich in die bereit stehenden Busse geschleppt und auf die Wache verfrachtet.

Politisch und kulturell Prominente unter den Verhafteten

So gerieten laut Fontanka.ru beim Gostiny Dwor 104 und auf dem Schlossplatz neun Personen in Haft. Unter ihnen war eine Reihe Prominenter, so der Petersburger Jabloko-Vorsitzende Maxim Resnik, der Vorsitzende der hiesigen Nationalbolschewisten Andrei Dmitrew sowie der Chef der Nationaldemokraten Andrei Piwowarow – dem mittlerweile wegen mehrfachem Widerstand gegen die Staatsgewalt eine Haftstrafe von 27 Tagen droht. Auch der bekannte russische Filmregisseur Andrei Nekrassow geriet der Miliz ins Netz – das, obschon er nach eigenen Aussagen nur am Petersburger Kinoforum habe teilnehmen wollen.

Vor der Demo im Stadtzentrum hatten die Oppositionellen vergeblich eine Kundgebung vor der Datscha von Gouverneurin Matwijenko in Komarowo organisiert, die jedoch wegen einer aufmarschierten Polizei-Hundertschaft wieder abgeblasen werden musste. Nur einer Gruppe von Anarchisten gelang es, die Polizei auszutricksen. Es gelang ihnen, auf das Dach des schräg gegenüber liegenden Kaufhauses “Passage” zu klettern, wo sie ein Transparent entfalteten, Leuchtkörper anzündeten und Flugblätter auf den Newski Prospekt hinunter warfen.

Bild: Eugen von Arb/ SPB-Herold (Archiv)

www.fontanka.ru

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Über den Autor

Eugen von Arb lebt in St. Petersburg, ist Co-Herausgeber der SPZ Online.

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