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Türengalerie: Bunte Holzpferdchen auf kleiner Steppe

Von   /  20. Januar 2016  /  Keine Kommentare

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Von Eugen von Arb

Der Bildhauer und Maler Alexander Visirjako komprimiert in seiner Ausstellung „Der Hirte – eurasische Komposition aus Holzpferdchen“ die weite kasachische Steppe in der kleinen Türengalerie. Inmitten der Pferde steht der Hirte, der Wächter, Beschützer und Ruhepol dieser kubistischen Idylle.

Laut dem Künstler, der an der Vernissage selbst ein wenig wie ein Hirte in der „Herde“ von Ausstellungsbesuchern wirkte, nimmt er mit seiner Komposition Bezug auf die Geschichte Eurasiens, wo das Pferd als Transportmittel eine zentrale Rolle spielte und wo im 13. Jahrhundert Dschingis Khan mit seiner Reiterarmee herrschte. Mit der Weltgeschichte ist auch die Biografie Visirjakos verwoben, der 1958 in der Region von Semipalatinsk geboren wurde und seine frühe Kindheit in Kasachstan verbrachte.

Komprimierte Endlosigkeit

Die Pferdchen wirken einerseits archaisch durch ihre einfach ausgeschnittenen Umrissformen, andererseits verleiht ihnen das Holz Wärme und Verletzlichkeit. Mit den Grundfarben Rot, Gelb und Blau ist aber auch die Avantgarde in der Pferdeschar vertreten. Die eurasische Steppe wird in kubistischer Manier auf zwei Dimensionen reduziert, die Pferde und ihr Hirte stehen übereinander statt hintereinander – eine gelungene Komprimierung der Endlosigkeit der Steppe in der kompakten Türengalerie.

Zwei Welten begegnen sich – die kasachische Steppe und die russische Avantgarde. Beide trägt Visirjako in seiner Künstlerseele und sucht immer wieder den Kontrast zwischen ihnen. Visirjako lebt und arbeitet im karelischen Selenogorsk, wo er am Aufbau der dortigen Kunstschule beteiligt war und  regelmässig Kurse und Workshops leitet.

Gleichzeitig gehört er zur nonkonformistischen Künstlerszene am Petersburger Kunstzentrum „Puschkinskaja-10“. Mit seinen Ausstellungen pendelt er zwischen Europa und Asien – zeigt seine Bilder und Skulpturen in Westeuropa und Russland aber auch in seinem Geburtsland Kasachstan.

Bilder: Eugen von Arb/ SPB-Herold

Bis am 13. Februar. Bis am 15. Februar. Türengalerie im Kulturzentrum Puschkinskaja10. Eingang vom Ligowski-Prospekt 53. www.p-10.ru

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Über den Autor

Eugen von Arb lebt in St. Petersburg, ist Co-Herausgeber der SPZ Online.

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