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Trubel um Pawel Durow – Direktor des „Vkontakte“-Sozialnetzwerks

Von   /  19. April 2013  /  Keine Kommentare

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TOPTICKER.- Der Name Pawel Durow, Direktor und Mitbegründer des russischen Sozialnetzwerks „Vkontakte“ verschwindet nicht mehr aus den Schlagzeilen – aus verschiedenen Gründen. Mittlerweile wird er von der Polizei gesucht und soll ins Ausland verschwunden sein.


Für Aufsehen sorgte der kurzfristige und überraschende Verkauf von 48 Prozent der „Vkontakte“ – Aktien an den russischen Fond „United Capital Partners“, der auf den Kaiman-Inseln registriert ist. Die beiden Mitinhaber des russischen Facebook-Gegenstücks, Wjatscheslaw Mirilaschwili (40 Prozent) und Lew Lewiew (8 Prozent) wurde mittlerweile bestätigt, doch wird der Kaufpreis verschwiegen.

Da der Wert des Sozialnetzwerks auf 2 bis 2,7 Milliarden Dollar geschätzt wird, dürfte es um eine Milliarde Dollar oder mehr handeln. Wie Fontanka.ru schreibt, ist gut möglich, dass der Kauf nicht mit Bargeld sondern in Form einer Firma aus dem Besitz des Fonds beglichen wurde. Also Grund für den Verkauf werden Meinungsverschiedenheiten bei der Entwicklung des Sozialnetzwerks vermutet. Als sicher gilt, dass der Petersburger „Vkontakte“-Direktor Pawel Durow trotz des Verkaufs nach wie vor die Geschicke der Firma bestimmt.

Vor der Verkehrspolizei geflüchtet?

Durow geriet noch aus einem ganz anderen Grund ins Rampenlicht: Anfang April stoppte die Verkehrspolizei im Petersburger Stadtzentrum zwischen Gribojedow-Kanal und Newski-Prospekt einen weissen Mercedes. Als die Polizisten den Fahrer kontrollieren wollten, wurden sie von einem Wachmann aufgehalten, während der Wagenlenker in Richtung Singerhaus floh, wo sich die Büros von „Vkontakte“ befinden.

Zwar ist seine Identität nach wie vor unbekannt, doch gilt als sicher, dass es sich um Pawel Durow handelt. Der Wagen ist zwar auf seinen Vizedirektor Ilja Perekopski registriert, doch lebt dieser in Moskau. Dasselbe Fahrzeug war kurze Zeit davor bereits während eines Flashmobs auf dem Schlossplatz aufgefallen, an dem Durow teilgenommen hatte.

Verfahren und Hausdurchsuchungen

Am 10. April hat die föderale Polizeibehörde ein Verfahren gegen Durow eröffnet, und am 16. April fanden „Vkontakte“-Firmensitz im Singerhaus und in Durows Petersburger Wohnung Hausdurchsuchungen statt. Seither gilt er als verschwunden – man vermutet, dass er sich ins Ausland, möglicherweise in die Schweiz abgesagt hat.

Die Gründe für die grossangelegte Polizeiaktion gegen Durow und seine Firma sind bis heute nicht klar. Einerseits hat er den Behörden durch sein Verschwinden nach dem Zwischenfall mit der Verkehrspolizei einen klaren Grund für eine Fahndung geliefert.

Politisch motiviert?

Andererseits könnte die rigorose Aktion gegen „Vkontakte“ durchaus politisch motiviert sein. Das überaus beliebte Sozialnetzwerk mit über 100 Millionen registrierten Benutzern gilt in Regierungs- und Polizeikreisen als Hort der Opposition, weil sich Aktivisten mit Hilfe des Netzwerks zu unbewilligten Kundgebungen Sammeln. „Vkontakte“ hatte sich schon einmal klar geweigert, mit der Polizei zusammenzuarbeiten.

Bild: Wikimedia Commons

www.fontanka.ru

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Über den Autor

Eugen von Arb lebt in St. Petersburg, ist Co-Herausgeber der SPZ Online.

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