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SPIEF: Trotz Sanktionen milliardenschwere Verträge beim Petersburger Wirtschaftsforum

Von   /  21. Juni 2015  /  Keine Kommentare

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spn.- Beim Internationalen Petersburger Wirtschaftsforum sind Verträge und Vereinbarungen im Gesamtwert von umgerechnet rund fünf Milliarden Euro (293,4 Milliarden Rubel) geschlossen worden, wie der russische Präsidentenberater Anton Kobjakow bei einem Briefing mitteilte.

Während des Wirtschaftsforums wurden ihm zufolge 205 Vereinbarungen, Absichtserklärungen und Verträge unterzeichnet. Der genannte Betrag könne publik gemacht werden, da diese Zahlen kein Geschäftsgeheimnis darstellen, so Kobjakow. Die Zahl der Forumsteilnehmer betrug 10.000 und sei beispiellos hoch gewesen, betonte Kobjakow. Beim Forum sei zudem eine rekordhohe Zahl von Journalisten angemeldet gewesen. Mit 2.000 Journalisten aus 43 Ländern seien es doppelt so viele wie im Vorjahr.

Minister: Baubeginn für Gaspipeline Turkish Stream Ende Juni-Anfang Juli

Die Verlegung des ersten Stranges der Gaspipeline Turkish Stream auf dem Grund des Schwarzen Meeres beginnt Ende Juni – Anfang Juli, wie Russlands Energieminister Alexander Nowak am Donnerstag mitteilte. „Derzeit verhandelt Russland mit der Türkei über den Abschluss eines entsprechenden Abkommens“, sagte Nowak am Donnerstag in St. Petersburg.

In den verbleibenden Tagen sollte Russland eine Genehmigung der türkischen Behörden für den Bau der Leitung im türkischen Territorialgewässer erhalten, sagte der Minister in einem Interview für den TV-Sender Rossija 24. Zuvor hatten der Vorstandschef des russischen Konzerns Gazprom, Alexej Miller, und Griechenlands Energieminister Panagiotis Lafazanis in St. Petersburg Probleme des Baus einer Verlängerung der Turkish-Stream-Pipeline auf dem Territorium Griechenlands erörtert.

Über die neue Leitung sollen bis zu 63 Milliarden Kubikmeter russischen Gases nach Europa transportiert werden. 47 Milliarden davon sind für Europa und der Rest für die Türkei bestimmt. Die 1.100 Kilometer lange Pipeline wird sich aus vier Strängen zusammensetzen.

OMV und Gazprom schmieden gemeinsame Pläne in Sibirien

Der Vorstand der OMV, Manfred Leitner, und Gazprom-Chef Alexej Miller haben am Donnerstag am Rande des Wirtschaftsforums in St. Petersburg eine Absichtserklärung unterzeichnet. Dieses Dokument stellt die Beteiligung österreichischer Unternehmen am Abbau des Urengoi-Gasfelds in Sibirien in Aussicht.

Medien: Russland-Freund Seele an OMV-Spitze ruft Sorgen in Österreich hervor
Laut dem Dokument wird man auf Basis eines möglichen Tauschs von Unternehmensanteilen eine langfristige Perspektive der Teilnahme des österreichischen Konzerns OMV an der Ausbeutung der Blöcke IV und V der Achimow-Formation auf der Urengoj-Lagerstätte in Betracht ziehen.

Über eine „weitreichende Zusammenarbeit“ von Gazprom  mit seinem wichtigsten Partner in Österreich, OMV, berichtete unter Berufung auf gut informierte Kreise auch die österreichische Zeitung „Standard“: Die Kooperation soll neben dem Bau von Pipelines auch gemeinsame Projekte zur Gasgewinnung  in Russland beinhalten.

Gazprom, E.ON, Shell und OMV planen neue Direktpipeline von Russland nach Deutschland

Im Rahmen des Wirtschaftsforums gab es einen zweiseitigen Gedankenaustausch zum Zustand des Gasmarktes in Europa. Es wurde darauf hingewiesen, dass der Anteil der Importe, darunter auch aus Russland, im europäischen Energiehaushalt zunimmt. In diesem Zusammenhang betonte man die Notwendigkeit, neue Wege für die Gaslieferungen an europäische Verbraucher zu schaffen. Demnächst wollen Gazprom, sein deutscher Partner E.ON sowie Shell und das österreichische Gasunternehmen OMV eine neue direkte Gasleitung von Russland durch die Ostsee nach Deutschland bauen.

„Die Annäherung zwischen OMV und Gazprom ist insofern brisant, als Russland (…) nach wie vor mit Sanktionen aus dem Westen belegt ist. Proteste aus Brüssel wegen des Vorstoßes der OMV dürften nicht ausbleiben“, schreibt der „Standard“.

Russland und Saudi-Arabien schließen erstmals Atomabkommen

Russland und Saudi-Arabien haben sich erstmals in der Geschichte auf eine Zusammenarbeit im Bereich der Atomenergie geeinigt. Am Rande des Internationalen Wirtschaftsforums in Sankt Petersburg schlossen beide Seiten ein entsprechendes Regierungsabkommen.

Der Chef der russischen Atomenergiebehörde Rosatom, Sergej Kirijenko, und der Präsident des saudischen König-Abdullah-Zentrums für atomare und erneuerbare Energien, Hashim Abdullah Yamani, setzten ihre Unterschriften unter das Dokument, das den Weg für eine Kooperation beider Staaten bei Planung, Bau und Betrieb von Atomreaktoren, Herstellung von Kernbrennelementen, Entsorgung von Atommüll und bei nuklearen Forschungen und Datenaustausch freimacht.

Beide Staaten einigten sich unter anderem darauf, einen Lenkungsausschuss und Arbeitsgruppen zu bilden, die sich mit konkreten Projekten befassen sollen. Zu Rosatom gehören mehr als 151 atomare Produktions- und Forschungsstätten in Russland, darunter auch der AKW-Bauer Atomstroyexport, der jetzt gleichzeitig an fünf Atomreaktoren im Ausland baut.

Bild: Eugen von Arb/ SPB-Herold

www.sputniknews.com

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Über den Autor

Eugen von Arb lebt in St. Petersburg, ist Co-Herausgeber der SPZ Online.

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