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Teure Hotels in Russland schrecken Touristen ab

Von   /  15. Juli 2010  /  4 Kommentare

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rian.- Die Nachfrage nach Russland-Reisen nimmt allmählich wieder zu, dennoch fahren deutlich mehr russische Touristen ins Ausland, schreibt die Zeitung „Rossijskaja Gaseta“ am Dienstag. Wie der russische Verband der Reiseveranstalter feststellt, sind vor allem die teuren Reisen und Hotels sowie zahlreiche andere Hindernisse daran schuld, dass ausländische Touristen Russland meiden.

Das bestätigen auch die Angaben des russischen Statistikamts Rosstat: Die Gesamtzahl der Ausländer, die in den ersten drei Monaten dieses Jahres in Russland einreisten, ist gegenüber dem ersten Quartal 2009 um 1,3 Prozent gestiegen und lag bei 187.000 Personen. Das sind 3000 mehr als im vorigen Jahr. Um die Zahlen aus dem Vorkrisenjahr 2008 zu erreichen, sei man jedoch noch weit entfernt, so die Reiseveranstalter. Damals hatten in den ersten drei Monaten 245.000 Reisende Russland besucht.

Am meisten deutsche Touristen

Wie im vergangenen Jahr sind die Deutschen mit 24.600 Touristen die Spitzenreiter unter den Ausländern, die im ersten Quartal dieses Jahres Russland besucht haben. Jeder achte ausländische Tourist, den man auf der Straße sieht, kommt aus Deutschland. Gegenüber 2009 ist die Zahl der Deutschen, die Russland besucht haben, um sieben Prozent gewachsen.

An zweiter Position stehen die Chinesen (beinahe 15.000). Allerdings täuscht der Eindruck, weil die Statistik in der Regel Einreisende nicht kategorisiert (Gechäftsreisen, Verwandtenbesuch usw.) Aus China reisen meistens Händler nach Russland. Seit Jahresanfang ist die Zahl der Chinesen, die Russland besucht haben, gegenüber dem ersten Quartal 2009 um mehr als 50 Prozent und gegenüber dem gleichen Zeitraum von 2008 um 12 Prozent gestiegen. An dritter Position stehen die Finnen. Die Plätze vier und fünf belegen Franzosen und Italiener, dicht gefolgt von den Türken. In den ersten drei Monaten dieses Jahres ist der Touristenstrom aus diesem Land um mehr als 28 Prozent auf 10.000 Personen gestiegen.

Preistreiberei während der „Weissen Nächte“

Vor allem die Preistreiberei in Sankt Petersburg während der weißen Nächte (Mai bis Mitte Juli) zieht den Touristen das Geld aus der Tasche. Die Unterkunftspreise steigen mindestens auf das Doppelte. Viele Touristen verzichten darauf, während dieser Zeit in die Newa-Metropole zu reisen. Dabei sind es vor allem Moskau, Sankt Petersburg und der Goldene Ring, die die Ausländer anziehen. Laut Angaben des Russischen Touristikverbandes besuchen 95 Prozent der Reisenden diese Touristenorte. Aber während es um das Besichtigungsprogramm normal steht, bleiben alle übrigen zahlreichen Probleme ungelöst.

Was die Ausländer von den Reisen abhält, sind die teuren Touristenpakete und das Fehlen von Mittelklassehotels. Sieben Tage Russland kosten 1.500 Euro, das ist doppelt soviel wie eine Touristenreise durch die osteuropäischen Länder.

Bild: Eugen von Arb/SPB-Herold

www.rian.ru

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Über den Autor

Eugen von Arb lebt in St. Petersburg, ist Co-Herausgeber der SPZ Online.

4 Kommentare

  1. realsatire sagt:

    Ich kenne Keinen im Geschäftsbetrieb in Russland, der den Visumstress nicht als eines der Haupthindernisse für das Wachstum und die Normalisierung im Geschäft empfindet.
    Russland hat ja selbst (auch wenn das nicht so kommuniziert wird) die alte grosszügige Gesschäftsvisumpraxis an die Restriktive EU Praxis angepasst. Konnte ein Inhaber eines RU Geschäftsvisum damit quasi die ganze Zeit in Russland verbringen, bekommt er jetzt nur noch Visa für z.B: 1 Jahr mit 90 oder 180 Tage Gesamtaufenthalt und maximaler Dauer von 90 Tagen am Stück.
    Resultat – viele verlagern Ihren Lebensmittelpunkt wieder nach Europa, die kleinen aber wichtige Geschäfte werden aufgegeben, wenige der KU (Klein Unternehmer) schaffen es sich mit einer Aufenthaltsgenehmigung / Arbeitsgenehmigung zu etablieren.

    D.H. unter dem Strich ist ein Anlehnung an EU Regeln immer eine Verschlechterung für die Beziehung – Quid pro Quo getrieben von den ach so lieberalen Europäern – defacto ein Schuss nach hinten.

    Solange Russland ein Partner ist vor dem die EU Politiker Angst haben, gibts keine wirklich Verbesserung im Visum Bereich und ohne Verbesserung keine normalen Beziehungen, bzw. die Erkenntniss das hier die Welt und Menschen auch nicht anders wollen als in westlicheren Gefilden. Sicherheit in Arbeit und Beruf, Freiheit und im Zweifelsfall einfach mal Reisen und Ausspannen. Was den Deutschen Mallorca ist den Russen eben die Visafreien Staaten, allen voran Türkei und Ägypten.

    Und so gibts halt mehr Interesse am Bauchtanz und Türkischer Mode als am Schuhplattler und Europäischenm Schick – so einfach ist das.

  2. Michael sagt:

    Die Ukraine hatte die Visumpflicht damals beim ESC ausgesetzt und hat das beibehalten. Wohl auch aus der Hoffnung raus, mit diesem gesetzten Zeichen ein Entgegenkommen seitens der EU zwecks schnellerer Integration zu erhalten, inklusive wohl eigener Reisefreiheit für ukrainischer Bürger Richtung Westen.

    So gerne ich das für Russland auch hätte, ich kann Russland verstehen, wenn es das eben nicht einseitig einrichtet, auch wenn Russland durchaus davon profitieren würde. Das Beispiel Ukraine zeigt doch eindeutig, dass dies auch zu nichts führt, und es ist nicht zuletzt auch Russland, dass den Punkt „Visa-Abschaffung“ bei Treffen mit Vertretern der EU und von EU-Staaten auf den Tisch bringt, um dann immer wieder vertröstet zu werden.

    Das Visum für Russland zu erhalten ist eigentlich auch nicht wirklich kompliziert, kostet halt was und man muß es rechtzeitig anfordern. Umgekehrt ist das allerdings für Russ/innen viel schwieriger und aufwendiger, in den deutschen Botschaften an Visa zu kommen. Termin bekommen, mehrfach vorstellig werden, strikte Vergabe…während unsereins einfach alles per Post regelt.

    Dieses stetige Regristrieren abzuschaffen wäre aber durchaus mal ein Anfang.

    Wie Rosstat an die Zahlen kommt, weiß ich nicht, ich bin allerdings pro Jahr 2-3x in Russland und treffe selbst auf recht viele Deutsche und halte diese Zahl nicht für unwahrscheinlich, auf ganz Russland betrachtet. Da man beim Visum-Antrag angeben muß, ob und warum man die Staatsangehörigkeit UDSSR/Russlands abgegeben hat, ist es durchaus möglich, dass diese Info in diese Statistik mit einfließt.

  3. eva sagt:

    Es ist schwierig zu sagen, ob die Statistik stimmt. Ich lebe zwar in Russland, muss aber als Ausländer doch eine Migrationskarte ausfüllen und werde daher als Tourist gezählt. Aber nicht immer nehmen es die Beamten so genau – manchmal wollen sie das Kärtchen, manchmal ist es ihnen einfach egal. Wenn das alle so machen, dann kann es leicht zu Verfälschungen kommen.

  4. Uwe Schmidt sagt:

    Hallo!
    Ich habe mit großem Interesse ihren Bericht gelesen.Aber ich denke die Zahlen über die Deutschen Touristen stimmen nicht.Die meisten die ich kenne reisen mehrmals im Jahr nach Russland aber es sind alles Russlanddeutsche die natürlich alle einen deutschen Paß haben.Was die meisten EU Bürger abschreckt ist das komplizierte Visumverfahren und die ständige anmelderei in Rußland.Ich fahre oft in die Ukraine und dort geht es ganz einfach.Stempel einreise Stempel Ausreise fertig.

    Mit freundlichem Gruß

    Uwe Schmidt

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