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Tele 2 wird unter Protest von A1 an die VTB Bank verkauft

Von   /  3. April 2013  /  1 Kommentar

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mm – Das Tele2-Management hat sich entschieden den bereits eingefädelten Verkauf mit dem seit langem geplanten Käufer abzuschließen. Die Russische  Tochter TELE 2 Russia soll für 2,78 Milliarden Euro an die staatlich kontrollierte russische Bank VTB gehen. Davon werden 1,4 Milliarden in bar bezahlt und Schulden in Höhe von 900 Millionen übernommen.

Zwischenzeitlich haben mehrere attraktivere Offerten auf dem Tisch gelegen. So haben sich die größeren Mobilfunk-Anbieter MTS und Vimpelcom zusammengetan. Letzterer ist zum Teil in den Händen des russischen Milliardärs Michail Friedman. Gemeinsam bieten die Firmen mit 3,12 bis 3,3 Milliarden Euro. Friedman hat zudem ein eigenes Angebot von über 2,8 bis 3,1 Milliarden Euro in bar unterbreitet. Friedmans Firma A1 betonte, notfalls auch rechtliche Schritte wahrzunehmen, um die Russland-Tochter von Tele2 kaufen zu können.

Tele2 betonte, dass es bereits eine Einigung gebe. „Das kann nicht wieder aufgemacht werden“, sagte ein Sprecher der angeschlagenen Firma. Es werde jetzt nur noch auf grünes Licht der Aufsichtsbehörden gewartet. Die weiteren Interessenten machten aber Druck, doch noch eine andere Lösung zu finden. So forderte MTS Tele2 auf, endlich Gespräche aufzunehmen. Es sei merkwürdig, dass das Management eine höhere Offerte einfach nicht beachte.

Tele2 teilte derweil mit, eine Nachzahlung zu bekommen, sollte die Russland-Tochter nach dem laufenden Verkauf innerhalb eines Jahres erneut den Besitzer wechseln. Dann würde Tele2 nach eigenen Angaben die Hälfte des Aufschlags zum jetzigen Preis zustehen. Manche Analysten sind der Meinung, dass VTB nicht lange behalten wird.

Vielmehr könnte die Tele2-Tochter, ihrerseits der viertgrößte Mobilfunk-Anbieter in Russland, an die Nummer fünf weitergereicht werden, den Konzern Rostelecom.
Dadurch würde sich der Wettbewerb vermutlich verschärfen. Theoretisch könnte VTB die Tele2-Tochter auch zerschlagen und dann in einzelnen Stücken veräußern.

Tele2 hat in Russland 23 Millionen Abonnenten. Allerdings verfügt der Konzern nicht über 3G- oder 4G-Lizenzen und kann dadurch keine modernen Dienstleistungen für den schnellen Datentransfer anbieten.
Analysten zufolge beschränkt dies die Wachstumsaussichten enorm. Die führenden Mobilfunk-Anbieter Russlands sind neben MTS, MegaFon und Vimpelcom.

Der jetzige Eigentümer ist die schwedische Beteiligungsgesellschaft „Investment AB Kinnevik“,welche 47,4% der stimmberechtigten Aktien verfügt.
Die Gleiche Holding besitzt auch die Metro International, deren kostenlose Zeitungen in der Metro verteilt werden.

Text: Markus Mueller

Bild: Tele2

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