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„Tagebuch-Mörderin“ schockiert Petersburg

Von   /  29. Juli 2015  /  Keine Kommentare

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eva.- St. Petersburg ist um eine makabere Sehenswürdigkeit reicher geworden. Neben dem Haus in dem Dostojewskis Raskolnikow aus „Schuld und Sühne“ sein Opfer erschlug, wird man Touristen in Zukunft auch die Uliza Dmitrowa im Stadteil Kuptschino zeigen. Dort soll die 68-jährige Rentnerin Tamara Samsonowa mindestens zehn Menschen kaltblütig ermordet haben. Ihre Opfer zerkleinerte sie nicht nur und liess die Körperteile verschwinden, sondern sie beschrieb jeden Mord ausführlich in ihrem Tagebuch, und zwar in drei Sprachen.

Am 26. Juli wurde unweit des Teichs an der Uliza Dmitrowa der enthauptete  Körper der 79-jährigen Walentina Ulanowa gefunden. Kurz darauf nahm die staatliche Ermittlungsbehörde (SRK) Tamara Samsonowa fest, die in Ulanowas Wohnung lebte und für sie gesorgt hatte. Bald schon wurde eine ganze Reihe von Indizien gefunden, die Samsonowa als Mörderin identifizierten. Neben Videoaufnahmen, die festhielten wie die Rentnerin ihr Opfer aus dem Haus schleppte fand man in der Wohnung Blutspuren.

Die Ermittler waren geschockt ab einer solch brutalen Tat einer betagten Frau – doch dann wurde alles noch viel schlimmer: Bei der Durchsuchung fand man auf dem Schrank ein esoterisches Buch, aus dem einige Seiten herausgerissen waren. Es stellte sich heraus, dass die Seiten im Jahr 2003 bei einem männlichen Mordopfer ganz in der Nähe gefunden worden waren, dessen Tod nie aufgeklärt worden war.

Sprachenkundige Mörderin

Ganz sicher wurde man als man eine Visitenkarte des Getöteten und das Tagebuch Samsonowas entdeckte, in dem sie ihre Tat beschrieb.  Die Ermittler trauten ihren Augen nicht – die Festgenommen beschrieb darin insgesamt zehn Morde, darunter jenen vor zwölf Jahren – auf Russisch, Englisch und Deutsch. Vor ihrer Pensionierung hatte sie im Hotel „Evropejski“ gearbeitet.

Dank der detaillierten Beschreibung der Tätowierungen konnte der Mann, der ebenfalls enthauptet worden war, identifiziert werden. Auch die Ermordung des eigenen Gatten ist in dem Tagebuch festgehalten. Er „verschwand“ schon 2005 und wurde von Samsonowa bei der Polizei als vermisst gemeldet.

Kanibalismus wird nicht ausgeschlossen

Die Frau sagte bei ihrer Festnahme, sie warte schon seit Jahren auf die Polizei. Sie sei schuldig und müsse bestraft werden. Sie hat bereits einen Teil der im Tagebuch beschrieben Morde gestanden und scheint bei klarem Bewusstsein zu sein. Sie wird psychiatrisch untersucht, wobei man ihre Motive für die grausamen Morde ermitteln will, die bisher unklar sind.

Das erwähnte esoterische Buch könnte dabei eine Rolle gespielt haben. Unbekannt ist bis jetzt auch, wie Samsonowa die zerstückelten Leichen unbemerkt verschwinden liess. Die Ermittler schliessen Kanibalismus nicht aus.

www.fontanka.ru

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Über den Autor

Eugen von Arb lebt in St. Petersburg, ist Co-Herausgeber der SPZ Online.

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