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Synthese der Farben und Klänge im Deutsch-Russischen Dialog

Von   /  15. November 2018  /  Keine Kommentare

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eva.- Das deutsche Generalkonsulat veranstaltete die jüngste Ausgabe des Deutsch-Russischen Dialogs für einmal in einem aussergewöhnlichen Format. Anstelle einer Diskussionsrunde zu politischen oder gesellschaftlichen Themen, sprachen diesmal die Farben und die Musik. Drei KünstlerInnen faszinierten das Publikum mit Klavier und Pinsel.

Der Dialog fand zwischen dem Konzertflügel, besetzt durch die Pianistin Tatiana Pichkajewa und dem Zeichenpult statt, an dem nacheinander die Petersburger Künstlerin Nadeschda Anfalowa und der deutsche Maler, Grafiker und Bildhauer Blonay Fuchs Platz nahmen. Sie waren verbunden durch Videokameras, deren Bilder auf eine Leinwand abwechselnd projiziert, überblendet und vermischt wurden.

Als erste griff Nadeschda Anfalowa zum Pinsel und bemalte die Bildfläche mit bunten und abstrakten Acryl-Landschaften. Dazu griff Tatiana Pichkajewa meisterhaft und virtuos in die Tasten und spielte Werke von Medtner, Poulenc und Piazzolla. Dadurch ergab sich ein wenig der Effekt wie in einem Stummfilmkino, wo in den Anfangszeiten des Films jeweils besonders begabte Pianistinnen das Geschehen auf der Leinwand untermalten. Allerdings waren hier die Musik und Bild gleichberechtigt und „untermalten“ sich gegenseitig – im regelmässigen Wechsel.

Akku-Wechsel und Malstil-Wechsel

Dann wurden die Akkus der Kameras gewechselt, und nach einer kurzen Pause sass Blonay Fuchs am Zeichenpult und malte mit Pastellkreiden seine Fantasien zur Musik. Geschickt verwob er Abstraktion und Gegenständlichkeit in einander, deutete mal da, mal dort eine Gestalt, eine Landschaft oder eine Pflanze an, bevor er seine Improvisation beendete und zum nächsten weissen Blatt griff.

Seine Bilder beschreibt er selbst als „Ergebnisse der inneren Suche als Ahnungen, Träume und Anklänge, in Kolorit und Ausdruck dem Geist der Landschaft verpflichtet […] Leben, Liebe, Lust, Zeugung, Werden und Wachstum, Bewegung und Ruhe, Auflösung, Chaos und Formgebung umkreisen die Bildwelt des Malers stets aufs Neue.“ Diese stetige Metamorphose wurde auch von musikalischer Seite her weitergetrieben – mit ungebrochener Kraft und Temperament interpretierte Tatiana Pichkajewa Kompositionen von Silvestrov, Strauss, Grainger, Scarlatti, Poulenc, Glass und Piazolla.

Bilder: Eugen von Arb/ SPB-Herold

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Über den Autor

Eugen von Arb lebt in St. Petersburg, ist Co-Herausgeber der SPZ Online.

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