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Swetlana Alexijewitsch erhält Literaturnobelpreis

Von   /  9. Oktober 2015  /  Keine Kommentare

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eva.- Am 8. Oktober wurde bekannt, dass die 67-jährige weissrussische Journalistin und Schriftstellerin Swetlana Alexijewitsch den diesjährigen Nobelpreis für Literatur erhält. In ihren bisher fünf Büchern geht es um die postsowjetische Generation, den Umgang mit der sowjetisch-stalinistischen Vergangenheit, sowie um die Frage, warum die ehemaligen Sowjetstaaten nicht mit der Demokratie zurecht kommen.


Bereits vor der Perestroika sammelte Alexijewitsch Aussagen von Kriegsteilnehmern und -Opfern und erstellte damit ein Gegenbild zur heroischen Kriegsdarstellung der sowjetischen Geschichtsschreibung. Dafür wurde sie gerügt und verlor ihre Stellung.  Ihr erstes Buch “Der Krieg hat kein weibliches Gesicht” wurde jedoch nach der politischen Wende in Russland veröffentlicht und verfilmt und ist mittlerweile in viele Sprachen übersetzt worden.

Des weiteren recherchierte sie zu den Sowjet-Traumata Afghanistankrieg und Tschernobyl. Immer wieder prangerte sie die Menschenverachtung des sowjetischen Systems an. In ihrem bisher letzten Buch “Secondhand-Zeit. Leben auf den Trümmern des Sozialismus” beschreibt sie die letzte Sowjetgeneration, die ohne Sowjetsystem nicht leben kann und um jeden Preis in die alte Zeit zurückkehren will. “In jedem Russen steckt ein kleiner Putin”, sagte sie dazu.

Ihre Auszeichnung wurde im russischen Sprachraum mit gemischen Reaktionen aufgenommen und wird als deutliches politisches Signal gegenüber den Regimes in Minsk und Moskau verstanden. Nach Aufenthalten in Paris, acheter cialis en France, Berlin und Stockholm ist Alexijewitsch 2011 trotz Schikanen der Regierung – ihr Telefon wird abgehört, öffentliche Auftritt sind verboten – wieder in die weissrussische Hauptstadt Minsk zurückgekehrt.

Bild: Wikimedia Commons/ Elke Wetzig

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Über den Autor

Eugen von Arb lebt in St. Petersburg, ist Co-Herausgeber der SPZ Online.

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