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Sugnaux – ein Schweizer mit russischer Malerseele

Von   /  7. Juni 2008  /  Keine Kommentare

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eva.- Das Städtische Skulpturenmuseum zeigt vom 6. bis 28. Juni eine Einzelausstellung mit jüngsten Werken des westschweizer Malers André Sugnaux. Sugnaux taucht tief in die russische Welt ein, und nimmt die raue Schönheit des Landes in seine Bilder (Mischtechnik) auf. Als würde man durch eine mit Reif beschlagene, zerkratzte Scheibe blicken, schaut man auf die von Tuschstrichen zerfurchten Landschaften in Petersburg, Nowgorod und Staraja Ladoga.

Mit seinen grossflächigen Bildern zur Leningrader Blockade 1941-44 beschwert der Künstler die Seele des Betrachters mit einem Stein. Das warme Rot wird hier sofort mit Blut, Leid und Opfern assoziiert, die wilde Bildsprache spricht von Krieg, Chaos und Zerrissenheit. Sugnaux nimmt mit diesen Arbeiten Anteil am schweren Schicksal der Russen, und dieser Versuch des Verstehens wird vom örtlichen Publikum mit Sympathie und Aufmerksamkeit beantwortet.

Das gute Einverständnis wird aber sicher auch dadurch gefördert, dass der 1944 geborene Sugnaux als Westschweizer derselben künstlerischen Tradition verpflichtet ist wie die Russen – Frankreich und seiner Akademie. Hier wie dort kommt „Kunst“ von „Können“ – man versteht sich. Es erstaunt daher nicht, dass Sugnaux mittlerweile Mitglied des Petersburger Künstlerverbandes geworden ist und an der Muchina-Akademie unterrichtet.

Auch das Missbehagen des russischen Publikums, das sich oft gegenüber kopflastiger oder abstrakter Gegenwartskunst aus Westeuropa äussert, fehlt hier vollkommen. Sugnaux pflegt einen weitgehend gegenständlichen, leicht abstrahierenden Stil, bei dem die Linie sowohl in der Bildstruktur wie auch als emotionales Element dominiert. Nicht nur als Maler und Zeichner, sondern auch als Autor von Fresken, Mosaiken und Glasmalereien hat sich der versierte Meister international einen Namen gemacht.

Nicht nur von seiner leicht verständlichen Bildsprache her ist Sugnaux ein echter „Volkskünstler“. Der vielseitige Künstler nimmt auch die Motive aus seiner Heimat Greyerzerland und dem Kanton Frybourg auf. Unter anderem hat er ein Buch mit Frybourger Sagen illustriert und in einer ganzen Reihe von Werken das heimatliche Brauchtum abgebildet.

Die Ausstellung wird am Freitag, 6. Juni um 16 Uhr im Ausstellungssaal des Städtischen Skulpturenmuseums eröffnet.

Adresse: Newski Prospekt 179 a, Metro „Ploschtschad Alexandra Newskovo“.

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Über den Autor

Eugen von Arb lebt in St. Petersburg, ist Co-Herausgeber der SPZ Online.

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