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Stutzt die Raiffeisenbank ihr Russland-Geschäft?

Von   /  17. Januar 2015  /  Keine Kommentare

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TOPTICKER.- Die Raiffeisen Bank International (RBI) könnte wegen der hohen Risiken und geringen Profite ihr Geschäft in Russland und mehreren anderen osteuropäischen Ländern zurückfahren, schreibt die Zeitung „Wedomosti“ unter Berufung auf Bloomberg. Eine entsprechende Entscheidung werde in den ersten sechs Monaten dieses Jahres getroffen, sagte RBI-Vorstandschef Karl Sevelda in einem Interview für das Unternehmensblatt „Raiffeisen-Zeitung“.

Zuvor hatte die RBI ihre Einbußen in Russland und der Ukraine im Jahr 2014 auf mehr als 500 Millionen Euro geschätzt. Am 5. Januar benachrichtigte die Bank ihre Partner über die mögliche Goodwill-Abschreibung ihrer russischen „Tochter“ in Höhe von 148 Millionen Euro.

Die Goodwill-Abschreibung sei ein buchhalterisches Verfahren, sagte der Vorstandsvorsitzende der Raiffeisenbank in Russland, Sergej Monin. „2006 sind wir mit der Impexbank fusioniert, und der gebliebene Goodwill beläuft sich derzeit auf 148 Millionen Euro. Wenn eine Cashflow-Kürzung erwartet wird, wird der Goodwill üblicherweise abgeschrieben.“
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Russland und Polen nicht mehr wichtigste Märkte

Für 2014 erwartet die RBI einen Reingewinn ihrer russischen „Tochter“ in Höhe von etwa 300 Millionen Euro. Zwischen Januar und September belief er sich auf 289 Millionen Euro (um 24,3 Prozent weniger als im Vorjahr). Wenn es diesen Gewinn nicht gegeben hätte, dann hätte die Bank Verluste hinnehmen müssen. Der konsolidierte Gewinn der RBI belief sich in den ersten drei Quartalen auf 259 Millionen Euro und war damit um 44 Prozent geringer als im Vorjahreszeitraum.

Laut Bloomberg gehören Russland und Polen nicht mehr zu den wichtigsten Märkten der RBI. Auf der so genannten „Fokusliste“ stehen Rumänien, Tschechien, die Slowakei und Österreich. Russland und Polen waren bislang die wichtigsten ausländischen Märkte der Raiffeisenbank-Gruppe. Im August 2013 hatte Sevelda behauptet, die RBI würde sich auf Russland, Polen und die vier oben genannten Länder konzentrieren und ihr Geschäft auf anderen Märkten, darunter in Südosteuropa, zurückfahren.

Risiken in Russland reduzieren

Den Begriff „Fokusliste“ gebe es inzwischen nicht mehr, sagte Monin. Früher durften die auf dieser Liste stehenden Länder mit größeren Zuschüssen rechnen und konnten sich deswegen intensiver entwickeln. Jetzt wolle die RBI ihre Risiken in Russland reduzieren, denn sie üben einen negativen Einfluss nicht nur auf ihre russische „Tochter“, sondern auch auf den Mutterkonzern aus.

Ende Oktober 2014 hatte die Raiffeisenbank in Russland angekündigt, dass umfassende Kreditvergaben an Unternehmen erst Anfang 2015 möglich wären. Dieses Segment hatte zwischen Januar und September 2014 um 20 Prozent zugelegt (der Markt wuchs in dieser Zeit um 15 Prozent). „Wir kontrollieren dieses Wachstum, aber die Bank arbeitet auch an neuen Deals“, sagte damals das Vorstandsmitglied Oxana Pantschenko. 2013 verzeichnete das russische Kreditgeschäft der Raiffeisenbank mit Unternehmen lediglich ein Wachstum von 0,1 Prozent. Nach Einschätzung von Morgan Stanley gehört der Raiffeisenbank ein Anteil von 1,7 Prozent am russischen Kreditmarkt.

Der Analyst von Standard&Poors Sergej Woronenko nimmt allerdings nicht an, dass die Raiffeisenbank den russischen Markt verlassen wird. Die Bank habe eine starke Marktposition in Russland, so der Branchenkenner. Außerdem müsste die Bank für einen Rückzug aus Russland ihre gesamte Geschäftsstruktur umstellen. Ein Rückzug der RBI aus Russland sei nicht zu erwarten, „aber alles hängt von der Position der Aktionäre ab“, ergänzte Woronenko. (sputniknews)

Bild: Wikimedia Commons

www.sputniknews.com

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Über den Autor

Eugen von Arb lebt in St. Petersburg, ist Co-Herausgeber der SPZ Online.

Keine Kommentare

  1. Scholze sagt:

    Russland wirds überleben.

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