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„Sturm im Fensterglas“ – die Behörden kommen auf den Boden der Vernunft zurück und heben gleich wieder ab

Von   /  21. Juli 2009  /  Keine Kommentare

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TOPTICKER.- Nach anfänglicher Hysterie in der Frage moderner Vakuumfenster, der so genannten „Steklopaketi“, an historischen Gebäuden scheinen die Behörden nun einen praktikablen Weg eingeschlagen zu haben. Vor zwei Wochen hatte die Nachricht für Wirbel gesorgt, dass für die Anbringung moderner Fenster an Gebäuden aus dem 18. und 19. Jahrhundert eine Genehmigung des Denkmalschutzes vorliegen muss. War zuerst noch von der sofortigen Entfernung der leuchtend weissen Fensterrahmen und von drakonischen Geldstrafen die Rede, so versucht der Smolny nun die Wogen zu glätten.

Niemand wird bestraft

Niemand denke wirklich daran, Strafen zu verhängen, und bei gravierenden Fällen könnten sich die Hausbesitzer für den Wechsel zwei bis drei Jahre Zeit lassen, meinte Vizegouverneur Alexei Sergejew gegenüber dem „Kommersant“. Sergejew rechtfertigt das Vorgehen der Regierung gar mit der Umsetzung des Volkswillens – schliesslich wolle man mit der Durchsetzung der Bestimmung nur das historische Stadtbild wahren, was von den meisten Leuten gefordert werde.

Denkmalschutz für alle Gebäude

Warum man die Baurichtlinien erst heute, drei Jahre nach deren Festlegung, durchsetzen will, erklärt hingegen niemand. Auch die Frage nach dem Nutzen der neuen Fenster, die als Isolation den Energieverbrauch eines Hauses stark senken, stellt niemand. Mit der Idee, diese Bestimmung jetzt auf das gesamte Stadtgebiet und auch auf Bauten aus dem 20. Jahrhundert auszudehnen, will man offenbar beweisen, wie ernst man es mit dem Denkmalschutz meint.

Antonina Jelisejewa von der Bewegung „Lebendige Stadt“ („Schiwoi Gorod“) nennt diese Massnahme, nach der selbst Plattenbauten unter Denkmalschutz gestellt werden, schlichtwegs „absurd“. So wird es nach diesem kurzen „Sturm im Fensterglas“ beim hierzulande üblichen „Laisser-Faire“ bleiben.

www.kommersant.ru

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Über den Autor

Eugen von Arb lebt in St. Petersburg, ist Co-Herausgeber der SPZ Online.

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