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Strassengebühr: Russlands Brummifahrer gehen nicht von der Strasse

Von   /  6. Dezember 2015  /  Keine Kommentare

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eva.- Russlands Fernfahrer protestieren mit Bummelstreiks und Sperren gegen die neue Strassengebühr „Platon“, die im November eingeführt wurde. Die Maut führt zu Preiserhöhungen und ist ungerecht – an den schlechten Strassen sind nicht sie sondern die Bauunternehmen schuld, finden sie.

Seit dem 15. November, dem Tag der Einführung von „Platon“, ist es in verschiedenen Regionen Russlands zu Protesten der Lastwagenfahrer gekommen. Diese organisierten entweder Bummelstreiks, indem sie mit ihren Riesenlastern auf der Autobahn Schritttempo fuhren oder sperrten sie Strassen an strategisch wichtigen Orten – das Resultat war eins: kilometerlange Staus und Verkehrschaos. Die Forderung der Brummifahrer ist ebenso einfach: Die Maut soll bis auf weiteres ausgesetzt und ausgearbeitet werden.

Ihr Ärger gilt zum einen dem Kilometergeld, das Fahrzeuge ab 12 Tonnen Gewicht für die Fahrt über die föderalen Trassen zu entrichten haben. Der Wegzoll wird ihrer Meinung nach nicht nur zu saftigen Preiserhöhungen bei den transportierten Waren führen, sondern für so manches Fuhrunternehmen das Aus bedeuten. Ausserdem werfen sie dem Transportministerium ein bürokratisches Chaos bei der Einführung vor. So wurden beispielsweise Chauffeure gebüsst, obwohl die Fahrtenschreiber vielerorts nicht rechtzeitig lieferbar waren.

Brummifahrer erhalten Rückenwind von Opposition

Unmut hatte auch die Tatsache erweckt, dass die „Platon“-Betreiberfirma von Igor Rotenberg, dem Sohn des Putin Freunds und Oligarchen Arkadi Rotenberg geleitet wird. Der Oppositionspolitiker und Blogger Nawalny beschuldigt die Firma, nur dank den Beziehungen zum Kreml zu dem lukrativen Auftrag gekommen zu sein.

Trotz der massiven Proteste zeigte das Verkehrsministerium bisher kaum Kompromissbereitschaft und liess lediglich verlauten, dass man keinen Grund sehe, die Gebühr aufzuheben. Schliesslich sei es in vielen Ländern bereits gebräuchlich Strassenzölle zu erheben. Auch der kremlnahe Biker Alexandr Saldostanow (Chirurg), der den berüchtigten Bikerclub „Nachtwölfe“ anführt, rief die Fahrer dazu auf, sich den Bestimmungen zu fügen. „Platon“ sei vielleicht nicht gerecht, aber in der momentan schwierigen Lage im Land müssten alle Opfer bringen, meinte er am Radio.

Doch so leicht liess sich die Fernfahrer-Gewerkschaft nicht umstimmen und rief zur Blockade Moskaus auf. Zum 6. Dezember sammelten sich hunderte Lastwagen auf einem Parkplatz im Moskauer Vorort Chimki und gingen in Bereitstellung. Die Polizei liess nach einer gewissen Zeit keine Laster mehr auf das Gelände, mit dem Vorwand, im nahegelegenen Einkaufszentrum würden Antiterrormassnahmen geübt. Die Fahrer beschuldigen die Polizisten, die Aktion auflösen zu wollen und halten sich in Bereitstellung, während die Gewerkschaftsleitung verhandelt.

Bild: Eugen von Arb/ SPB-Herold

www.newsru.com

 

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Über den Autor

Eugen von Arb lebt in St. Petersburg, ist Co-Herausgeber der SPZ Online.

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