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Stippvisite Stalins vor der Siegesfeier in Petersburg

Von   /  5. Mai 2010  /  2 Kommentare

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eva.- Vier Tage vor der Jubiläumsfeier zum 65. Jahrestags des Kriegsendes 1945 passierte das, was zuvor heiss debattiert und schliesslich abgelehnt worden war: Joseph Stalins Porträt in Marschallsuniform nahm auf Plakaten an der Feier teil – wenn auch nur für wenige Stunden. An zwei Orten im südlichen Moskowski-Bezirk tauchten grosse Transparente mit dem Bild des Herrschers in vollem Ordensschmuck auf.


Ebenso fuhr die unheilbringende Gestalt auf einem Sammeltaxi der Linie 187 durch Petersburg und sorgte für einen stadtweiten Skandal. Vertreter von Oppositionspareien und der Menschenrechtsorganisation „Memorial“ baten die Stadtregierung, diesem Unfug Einhalt zu gebieten. Einzig die Kommunisten feierten den Zwischenfall als kleinen Triumph.

Stalin fuhr auf Fahrzeug einer illegalen Transportfirma mit

Urheber dieses Streichs waren Privatpersonen – im einen Fall eine Gruppe von Aktivisten, die im Internet Geld gesammelt hatte, im Fall ein Kriegsveteran, der an die Verdienste Stalins glaubt. Für Wirbel sorgte vor allem das Porträt auf dem Autobus, denn aus politischen Gründen hatte keiner der offiziellen Busbetreiber Stalinplakate zugelassen. Und wer war der Übeltäter – eine illegale Transportgesellschaft.

Wie sich herausstellte fährt die Firma SPP bereits seit Jahren mit ihren Bussen auf Petersburgs Strassen, ohne eine Lizenz zu besitzen. Ihr seltsamer Status lässt sich mit einer Reihe hängiger Gerichtsklagen und Schuldner-Geschichten erklären, die bisher verhinderten, dass die Firma aufgelöst wurde und ihr gewissermassen freie Fahrt im rechtsfreien Raum ermöglichten.

Stadtregierung reagiert umgehend

Noch am selben Tag versprach die Stadtregierung, alles in ihrer Macht stehende zu unternehmen, um weitere Auftritte des Dikators zu vermeiden. Anders als in Moskau, wo der Bürgermeister Luschkow klar für die Zulassung von Stalin-Transparenten zum Fest plädiert hatte, hatte Petersburgs Regiergung frühzeitig Abstand davon genommen.

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Über den Autor

Eugen von Arb lebt in St. Petersburg, ist Co-Herausgeber der SPZ Online.

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