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Steht die Petersburger Künstlerunion vor dem Aus?

Von   /  12. Oktober 2018  /  1 Kommentar

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eva.- Das russische Justizministerium hat die Liquidierung der Petersburger Künstlerunion eingeleitet. Die Künstlerunion fürchtet nun um ihre Liegenschaften in der Stadt, darunter zahlreiche Ateliers, die sie an ihre Mitglieder vergibt.

An erster Stelle steht das Gebäude der Künstlerunion an der Bolschaja Morskaja 38, wo sich nebst der Verwaltung auch ein Ausstellungssaal sowie ein Geschäft mit Utensilien für Künstler befindet. Dieses Haus wurde der Vorgänger-Organisation der Künstlerunion im 18. Jahrhundert von Zar Alexander II geschenkt. Es geht aber auch um zahlreiche weitere Immobilien, Datschen und Ateliers, die im Besitz der Stadt sind, aber von der Künstlerunion an ihre Mitglieder vergeben werden.

In einer ersten Verhandlung vor einem Petersburger Gericht im September war die Künstlerunion offiziell mit den Vorwürfen des Justizministeriums konfrontiert worden. Unter anderem wird die  Organisation beschuldigt, jahrelang keine Jahresberichte abgeliefert zu haben, in ihren Liegenschaften Privatgeschäfte betrieben zu haben und sie als Wohnraum missbraucht zu haben. Ausserdem hat die Künstlerunion KünstlerInnen aus anderen Regionen eingeladen und dies mit Geld des Petersburger Kulturkomitees finanziert.

Stehen Immobilien-Haie hinter dem Vorstoss?

Die Künstlerunion gestand einen Teil der Anschuldigungen ein, erklärte jedoch, dass die meisten Verstösse mittlerweile korrigiert worden seien und verlangte, die Liquidierung rückgängig zu machen. Beobachter sehen hinter dem Vorstoss des Justizministeriums den möglichen Versuch von unbekannter Seite, sich die kostbaren Immobilien der Union anzueignen.

Die Petersburger Künstlerunion wurde 1992 als regionale Nachfolgeorganisation der mächtigen sowjetischen Künstlerunion gegründet. Ein Grossteil der Einrichtungen aus der sowjetischen Zeit wurde damit übernommen. Da der Union jedoch ein wirtschaftliches Konzept fehlt, hat sie Probleme, diese zu unterhalten und verlor wegen Geldmangels einen Teil ihrer Infrastruktur.

Bild: Eugen von Arb/ SPB-Herold

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Über den Autor

Eugen von Arb lebt in St. Petersburg, ist Co-Herausgeber der SPZ Online.

1 Kommentar

  1. realsatire sagt:

    Wenn es darum geht jahrzehnte alte Strukturen aufzubrechen um jungen Kuenstlern auch Zugang zu Ausstellung und Atelier zu geben gut. Aber ich vermute eher das die sicherlich renovierungsbeduerftigen Immobilien „in gute Haende“ abgegeben werden muessen.

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