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Starke Zunahme der Armut in Russland

Von   /  14. Juli 2015  /  Keine Kommentare

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eva.- Nach Aussagen des russischen Vizepremiers Olga Golodjez hat die Zahl der Armen in Russland bereits ein kritisches Ausmass erreicht. Schuld daran sind die Krisensymptome – steigende Preise und Rückgang der Einkommen und Rubelsturz.

Laut Golodjez ist die Zahl der statistisch als „arm“ eingestuften Russinnen und Russen mittlerweile auf 22 Millionen angestiegen, was sie als „kritisch“ bezeichnet. Noch im vergangenen Herbst war die Zahl der Armen mit 15,7 Millionen bei einer Gesamtbevölkerung von 146,1 Millionen beziffert worden.

Die Regierung hat eine Reihe von Massnahmen zur Eindämmung der Probleme eingeleitet, so zum Beispiel eine Erweiterung der Verwendungsmöglichkeiten des Mutterschaftskapitals. Das Mutterschaftskapital steht Russinnen ab dem zweiten Kind zu, war jedoch bisher bezüglich Verwendung an strenge Bedingungen gebunden. So durfte das Geld bis jetzt nur für nachhaltige Investitionen der Familie, wie zum Beispiel zum Kauf einer Wohnung gebraucht werden. Nun soll das Spektrum erweitert werden, damit arme Familien das Geld direkt für das Nötigste ausgeben können, um über die Runden zu kommen.

Wahrung der Pensionsgelder

Golodjez sprach sich ausserdem klar für eine Bewahrung der Pensionsgelder der zweiten Säule aus, statt sie für einen Ausgleich des angeschlagenen Staatsbudgets zu auszugeben. Als ein weiteres Mittel gegen die Geldknappheit behält sich die Regierung eine Anhebung des Rentenalters – allerdings ist diese Massnahme in der Bevölkerung sehr umstritten.

Eine Besserung der Situation ist vorläufig nicht in Sicht – so sieht es zumindest der Ex-Wirtschaftsminister Alexei Kudrin, der während des Petersburger Wirtschaftsforums von einer Senkung des Realeinkommens um bisher zehn Prozent sprach und eine weitere deutliche Verschlechterung des Lebensstandards bis Ende Jahr prognostizierte. Auch langfristig versprach er keine besseren Daten und kündigte soziale Proteste an.

Bild: Eugen von Arb/ SPB-Herold

www.newsru.com

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Über den Autor

Eugen von Arb lebt in St. Petersburg, ist Co-Herausgeber der SPZ Online.

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