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Stadtregierung zieht Budgetbeitrag für Gazprom-Hochhaus zurück

Von   /  1. November 2008  /  Keine Kommentare

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eva.- Einem Gerücht folgte gestern die offizielle Nachricht: Die Petersburger Stadtregierung hat den Budgetposten „Ochta-Zentr“ für das Jahr 2009 in der Höhe von 2,94 Milliarden  Rubel (umgerechnet 850 Millionen Euro) im letzten Moment gestrichen. Obschon die Regierung offiziell unterstreicht, dass dies keinesfalls einen Rückzug aus dem Gasprom-Turmbau bedeute, wird dieser Schritt in der Öffentlichkeit bereits als Kehrtwende in diesem umstrittenen Projekt gewertet.

Kein Geld für den „Maiskolben“ – dafür mehr fürs „Raumschiff“

Wie fontanka.ru schreibt, steht praktisch fest, dass mit dem Geld nun anstelle des „Maiskolbens“, wie der Büroturm im Volksmund genannt wird,  das immer teuerer werdenden Zenit-Stadion finanziert werden soll, das ebenfalls ein gemeinsames Unternehmen der Stadt und des Energie-Konzerns Gazprom ist. Wie sich kürzlich herausgestellt hat, wird das Higtech-Stadion des Japaners Kisho Kurokawa, das wegen seiner Form mit einem Raumschiff verglichen wird, um das 3,5fache mehr, nämlich 23 Milliarden Rubel (rund 639 Millionen Euro) kosten.

Trotz intensiver Verhandlungen mit Gasprom, konnte jedoch bisher keine Möglichkeit gefunden werden, um das riesige Finanzloch zu stopfen. Gleichzeitig sorgt die Finanzkrise für zusätzliche Ungewissheit. Ganz offensichtlich hat die Stadt nun zur Notbremse gegriffen, um wenigstens für eines der Grossprojekte die Finanzierung sicher zu stellen.

Öffentliche Einrichtungen könnten gestrichen werden

Bei Gasprom gab man sich erstaunt über den Entscheid der Gouverneurin Valentina Matwijenko, zeigte sich aber trotz allem optimistisch – auch so werde der Bau des Büroturms planmässig im kommenden Jahr in Angriff genommen.

Sollten jedoch die Beiträge der Stadt für den Bürokomplex ausbleiben, merkte man an, könne sich dies auch auf die öffentlichen Räumlichkeiten innerhalb des Baus auswirken. Gemeint sind damit jene Einrichtungen für Sport und Kultur, die im Ochta-Zentrum eingeplant sind, darunter ein Museum für zeitgenössische Kunst.

Opposition: „Die Gouverneurin befolgt unsere Ratschläge“

Eitel Freude herrscht indessen bei der politischen Opposition, angesichts dieser Entwicklung. Die Gouverneurin, so meinte der Petersburger Jabloko-Chef Maxim Resnik, befolge genau jene Vorschläge, die ihr die Opposition gemacht habe. Am Ende werde sie nicht nur den kompletten Ausstieg der Stadt aus diesem Projekt erklären, sondern auch die Bewilligung für den 400 Meter hohen Turmbau zurück ziehen.

Bild: Wikipedia

www.fontanka.ru

Weitere Artikel zu diesem Thema:

Mariinski – Neu Holland und Gazprom-Arena: Alles Pleiten, Pech und Pannen?

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Über den Autor

Eugen von Arb lebt in St. Petersburg, ist Co-Herausgeber der SPZ Online.

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