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Stadtleben – Dawai Korjuschka!

Von   /  17. April 2009  /  Keine Kommentare

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mm. Von April bis Mai kann man in St. Petersburg ein besondere Form der (gar nicht) sauren Gurkenzeit erleben. Es ist Saison für den klassischen St. Petersburger Fisch, den kleinen, stark nach frischer Gurke richenden, Korjuschka – zu Deutsch „Stint“.

Der Korjuschka ist mit seinen 10-20 cm ein Winzling von einem Fisch. Er wird auch im Winter gerne von Eisanglern an den Haken genommen. Im April wandert der Fisch zum Laichen in den Ladogasee und in die Zuflüsse. In dieser Jahreszeit kann er in grossen Schwärmen gefangen werden.

Ein Geruch von Gurke liegt in der Luft

Heutezutage wird der Fisch meistens im Supermarkt angeboten. Hin und wieder wird er wie früher auf der Strasse verakauft. Einen Strassenstand zu finden ist dabei nicht schwer, schuppern sie einfach nach frischen Gurken und dann immer der Nase entlang.
Der typische Geruch nach frischer Gemüsegurke ist so intensiv, dass rechte St. Petersburger nicht umhin kommen, so einen Stand in kurzer Zeit leerzukaufen. Touristen wundern sich was den mit den kleinen silberglänzenten „Gurken“ Fischen anzufangen ist, aber er ist ein wahre Delikatesse. Also wenn Sie in diesen Tagen frische Gurke riechen hat das unter Umständen nichts mit Gemüse zu tun. Der seltsame Geruch ist jedenfalls ein Zeichen der Frische der Ware und im zubereiteten Zustand nicht mehr wahrzunehmen.

Der Fisch ist ein Symbol für St. Petersburg(er)

Zu Beginn seiner ersten Amtszeit als Ministerpräsident wurde Wladimir Putin als St. Petersburger mit dem Fisch im Fernsehen veralbert.

Die NTV Puppenshow und Politsatire „Kukli“ zeigte den neuen Mann aus St. Petersburg wie er heimwehkrank in der Kremelküche die Pfanne schwenkt. Mangels des Korjuschka brät er sich einfach frische Gurken in der Pfanne. Unbelegte Gerüchte sagen, dass der späterer Präsident das nicht vergessen hat, und in Folge (und unter Andrem) desshalb den Eigentümerwechsel des Senders flott beschleunigte.

korjuschka-braten_2Obwohl er recht klein ist, ist der Korjuschka als Speisefisch geschätzt. Der „Stint“ wird auch gerne geräuchert oder wie Brathering sauer eingelegt angeboten. Am besten schmeckt der kleine zarte Fisch in Roggenmehl gewendet und anschließend in Butter und Speck gebraten. So ist er nicht nur in St. Petersburg sondern auch in Norddeutschland sehr beliebt.

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