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„St. Petersburg Times“ nach zwei Jahrzehnten geschlossen

Von   /  27. Dezember 2014  /  Keine Kommentare

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TOPTICKER.- Die „St. Petersburg Times“, die älteste englischsprachige Zeitung St. Petersburg schliesst zum Jahresende Ihre Redaktion – am 24. Dezember ist die letzte Ausgabe erschienen. Dies wurde laut Fontanka.ru aus einer Twittermeldung bekannt. Als Gründe für die Schliessung wurden finanzielle Probleme und die gesetzliche Lage genannt.

Die wirtschaftlichen Probleme haben sich durch die allgemein schlechte Konjunktur ergeben. Die „St. Petersburg Times“, die zusammen mit ihrer Schwesterzeitung „Moscow-Times“ von der Mediengruppe Independent Media herausgegeben wurde, erschien ursprünglich mehrmals wöchentlich. In den letzten Monaten ihrer Existenz kam sie nur noch einmal die Woche heraus, und die Redaktion wurde verkleinert. Am schrumpfenden Anzeigenanteil waren die finanziellen Schwierigkeiten abzulesen.

Inwiefern das neue Pressegesetz mit der Schliessung zusammenhängt, das ausländischen Investoren verbietet, einen Mehrheitsanteil an russischen Medien zu besitzen, ist unbekannt. Insgesamt hat sich die Situation für unabhängige Medien wegen des zunehmenden Drucks von Seiten der russischen Regierung und der gespannten aussenpolitischen Situation deutlich verschärft.

Ende der gedruckten fremdsprachigen Zeitungen in Petersburg

Die Schliessung der „Times“ bedeutet einen herben Verlust für die ohnehin kleine Petersburger Zeitungslandschaft. Mit ihr endet wohl auch das Zeitalter der gedruckten fremdsprachigen Zeitungen in St. Petersburg. Bereits vor einiger Zeit verschwand die deutschsprachige „St. Petersburgische Zeitung“ aus dem hiesigen „Blätterwald“.  Die beiden Zeitungen waren lange Zeit die wichtigsten lokalen Informationsquellen für Touristen und Expats und lagen an vielen Orten in der Stadt kostenlos aus.

Die Redaktion der „St. Petersburg Times“, die 1993 erstmals erschien, hat bis zuletzt einen professionellen und engagierten Journalismus gepflegt und nahm auch bei heiklen Themen kein Blatt vor den Mund. Auch beim „Herold“ gehörte die „Times“ zur obligatorischen Lektüre, und die Redaktion ist betroffen vom Ende dieser Zeitung, die immer auch für ein liberales und offenes Russland stand.

Bild: Eugen von Arb/ SPB-Herold

www.fontanka.ru

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Über den Autor

Eugen von Arb lebt in St. Petersburg, ist Co-Herausgeber der SPZ Online.

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