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St. Peter Line vor Scheideweg – Einstellung oder Erweiterung?

Von   /  9. Januar 2016  /  Keine Kommentare

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eva.- Wie die Direktion der Fährgesellschaft St. Peter Line an einer Sitzung des Petersburger Seerats bekanntgab, hängt ihre Existenz von den Hafengebühren des Heimathafens Peterburg ab, die momentan zu hoch sind. Möglicherweise wird die Schiffslinie in ein nationales Fährunternehmen umgewandelt, dessen Routennetz auf das Schwarze Meer und den Stillen Ozean ausgeweitet werden könnten.

Der Generaldirektor Sergei Kotenew sprach deutliche Worte an der kürzlichen Sitzung des Petersburger Seerats. Die St. Peter Line habe bisher keinen Liegeplatz im Petersburger Passagierhafen, und zwar aus einem einzigen Grund – den Gebühren, die in ausländischer Valuta festgelegt werden.

Durch den fallenden Rubelkurs seien die Kosten für die Fährgesellschaft massiv angestiegen und drohten den Fährverkehr unrentabel zu machen. Er bat deshalb die Mitglieder des Seerats die Höhe der Gebühren zu überdenken, und in einer Abstimmung wurde eine Entscheidung in dieser Frage bis Ende Januar beschlossen.

Bald Kreuzfahrten im Schwarzen Meer und im Stillen Ozean?

Andererseits schlug Kotenew vor, die St. Peter Line zu einem nationalen Kreuzfahrtunternehmen mit staatlicher Unterstützung auszubauen. Damit könnte seiner Meinung nach auch das Fährnetz deutlich erweitert werden, zum Beispiel mit den Routen Petersburg – Helsinki – Stockholm – Kaliningrad in der Ostsee oder Sotschi, Noworosiisk, Krim, Batumi und möglicherweise Istanbul im Schwarzen Meer. Unter Umständen wären sogar Schiffsverbindungen zwischen Wladiwostok, Japan und Korea möglich.

Auch diese Vorschläge wurden vom Seerat zur Beratung angenommen und sollen bis Ende März gesichtet und dem Transportministerium unterbreitet werden. Allerdings, so gab man zu bedenken, müsste die St. Peter Line, die momentan unter maltesischer Flagge fährt, sich in Russland registrieren.

Erstmals mehr Deutsche als Finnen an Bord

Bezüglich Passagierzahlen gab der Marketing-Direktor der St. Peter Line Andrei Muschkarow bekannt, dass man 2015 489.000 Personen, bzw. neun Prozent mehr Passagiere als im Vorjahr verzeichnet habe, wobei die Zahlen 20 Prozent niedriger seien als geplant. Für das kommende Jahr rechnet man mit 500.000 beförderten Personen.

Gleichzeitig habe sich die Zusammensetzung der Passagiere verändert – hätten früher die Touristen aus Finnland dominiert, so buchten momentan vor allem Deutsche und Chinesen Reisen auf den Fährschiffen. Die Zahl der deutschen Fährtouristen soll sich gemäss Muschkarow auf rund 100.000 Personen verdoppeln, während die Zahl chinesischer Fährtouristen um das 2,5-fache anwachsen soll.

Anastasia löst Maria ab

Die Fahrten in den Neujahrstagen waren praktisch zu 100 Prozent ausgebucht, wobei rund 80 Prozent der Passagiere aus verschiedenen Regionen Russlands stammten. Muschkarow bezeichnete die Eröffnung des russischen Reisbüros „Visit Russia“ in Helsinki im letzten Jahr als richtig und das Interesse an visafreien Reisen nach Russland als sehr gross.

Des weiteren gab Muschkarew bekannt, dass die „Princess Maria“ im kommenden Jahr Charter-Aufträge erfüllen wird und der Verkehr in der Ostsee vollständig durch „Princess Anastasia“ bestritten wird. Sie wird einmal wöchentlich die Strecke St. Petersburg – Helsinki – St. Petersburg befahren und einmal wie bisher die Route St. Petersburg – Helsinki – Stockholm – Tallinn – St. Petersburg.

Bild: Eugen von Arb/ SPB-Herold

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Über den Autor

Eugen von Arb lebt in St. Petersburg, ist Co-Herausgeber der SPZ Online.

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