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Spiessrutenlauf der Fussgänger zwischen Strassenverkehr, Schneebergen und Eiszapfen

Von   /  30. Dezember 2009  /  Keine Kommentare

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Von Eugen von Arb

Nur ganz langsam beginnt sich Petersburg von den gewaltigen Schneemengen zu befreien, die in den letzten Tagen gefallen sind. Laut offiziellen Angaben sind in der letzten Woche rund siebzig Zentimeter Neuschnee gefallen, für die kommenden Tage wird nur wenig Schnee, jedoch tiefere Temperaturen erwartet. Insgesamt müssen etwa zwei bis zweieinhalb Millionen Kubikmeter Schnee entfernt werden – zwanzig Tage werden dafür noch benötigt.



Unzufriedene Bevölkerung und Gouverneurin

An einer Krisensitzung rügte die Petersburger Gouverneurin Valentina Matwijenko die zuständigen Behörden und Hausverwaltungen für ihr Versagen bei der Schneeräumung. Bei der Stadtverwaltung seien Massen von Klagen eingegangen, und die Leute beschwerten sich zu recht. Besonders kritisch sei die Lage in den Innenhöfen der Häuser, wo der Schnee mancherorts überhaupt nicht geräumt worden sei.

Freiwillige Hilfe organisieren

Mittlerweile beteiligen sich hunderte von Soldaten und sogar Studenten am Kampf gegen den Schnee – nicht genug. Matwijenko rief die Hausverwaltungen dazu auf, die Hausbewohner beizuziehen: „Die Leute sind bereit, anzupacken, aber das Ganze muss organisiert werden“, erklärte das Stadtoberhaupt. Matwijenko bat die Autobesitzer, ihre Fahrzeuge an geraden Wochentagen auf der rechten Strassenseite abzustellen und an den ungeraden auf der linken, um die Räumung zu erleichtern.

Durch knöcheltiefen Schneematsch

Tatsächlich ist die Lage vielerorts noch sehr beschwehrlich, vor allem für die Fussgänger. Auch im Zentrum sind noch viele Fusswege und Trottoirs schnee- und eisbedeckt. Wer über die Strasse will, muss durch knöcheltiefen Schneematsch stapfen. Viele Bushaltestellen sind durch aufgetürmte Schneehaufen blockiert, darum ergeben sich teilweise gefährlich Situationen beim Ein- und Aussteigen.

Eiszapfen – tödliche Geschosse für Passanten

Der Schnee ist zu einem tonnenschweren Gewicht auf Hausdächern geworden, und an einigen Stellen gab es bereits Einstürze. An vielen Hausdächern haben sich in der Zwischenzeit grosse Eiszapfen gebildet, die zu tödlichen Geschossen werden können. An der Bolschaja Morskaja wurde eine Frau von einem Eiszapfen schwer am Kopf verletzt.

Schnee stresst – Autolenker prügeln sich

Obschon der Strassenverkehr wieder einigermassen normal rollt, hat der Schnee auch hier für eine angespannte Situation gesorgt – auch nervlich. Mehrfach kam es zu Streitereien und Schlägereien unter Autofahrern. Ein besonders krasser Fall ereignete sich am Wochenende als sich zwei Frauen auf dem Witebsker Prospekt mit Verkehrspolizisten prügelten. Ein Teil der Auseinandersetzung wurde gefilmt und erregte grosses Aufsehen .

Video beim Fernsehkanal 100 >>>

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  • Veröffentlicht: 8 Jahren vor auf 30. Dezember 2009
  • Von:
  • Zuletzt geändert: Dezember 30, 2009 @ 2:43 pm
  • Rubrik: Aktuell

Über den Autor

Eugen von Arb lebt in St. Petersburg, ist Co-Herausgeber der SPZ Online.

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