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SPIEF 2015 – das diesjährige Petersburger Wirtschaftsforum ist erstaunlich gut bestückt

Von   /  17. Juni 2015  /  Keine Kommentare

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eva.- Zwar wurde dieses Jahr die Gästeliste des Petersburger Wirtschaftsforums (18.-20. Juni 2015) nicht veröffentlicht, aber das, was bekannt ist, lässt sich sehen. Trotz der wirtschaftlichen und politischen Krise nehmen mehr Firmen und Wirtschaftsvertreter teil als im Vorjahr. Allerdings sind vorwiegend Firmennamen vertreten, die schon lange in Russland tätig sind.

Laut Fontanka.ru gab die Administration des Petersburger Wirtschaftsforums dieses Jahr die ausführliche Teilnehmerliste nicht bekannt. Es wird vermutet, dass damit verhindert werden soll, dass die Medien sie mit den vorangehenden Jahren vergleicht. Gleichzeitig ist der Schritt unverständlich, denn im Prinzip steht das diesjährige SPIEF den Umständen entsprechen gut da. Mit 698 ausländische Vertreterinnen und Vertreter, sowie 383 ausländische Firmen sind gemeldet – im Vorjahr waren es 590 Gäste und 337 Firmen aus dem Ausland.

Zu Gast sind vorwiegend jene, die schon hier sind, zum Beispiel die Firmen YIT, Nokian Tyres, Nokia und Neste Oil. Aus Dänemark kommt der Bierhersteller Carlsberg, dem die grosse Petersburger Bierfirma Baltika gehört, und aus Italien reist der Reifenhersteller Pirelli an, der in Russland zwei Werke betreibt. Trotz Sanktionslärm und tiefem Ölpreis kommen auch British Petroleum (BP) und Shell ans Stelldichein auf dem Lenexpo-Gelände. Es wird gemunktelt, Shell könnte am Forum seine strategische Partnerschaft mit Gazprom den Bau einer Flüssiggas-Fabrik bei Ust-Luga bekannt geben.  Auch die französische Total und die norwegische Statoil schicken ihre Vertreter ans Forum.

USA verbieten Teilnahme dieses Jahr nicht

Die amerikanische ExxonMobile steht zwar auf der Teilnehmerliste, allerdings nur ihr russischer Vertreter. Dieselbe Lösung haben auch andere US-Konzerne, wie General Electric oder General Motors, der vor kurzem seine Autofabrik bei Petersburg geschlossen hat. Andere wichtige Firmennamen, wie Chevron oder Conoco Philips fehlen ganz. Im Gegensatz zum vergangenen Jahr, als die US-Regierung die Teilnahme amerikanischer Unternehmen am SPIEF als „unerwünscht“ bezeichnete, verzichtete man dieses Jahr auf ein „Verbot“.

Die Prominentenliste ist ungewohnt, aber interessant. Argentinien kommt der armenisch-stämmige Direktor der Corporación América Eduardo Eurnekián, die weltweit rund 50 Flughäfen betreibt. Ebenfalls aus Südamerika kommt der Präsident der chilenischen Lachszüchter Filipe Sandovalia Prechta – ein eindeutiger Hinweis auf die Wirtschaftssanktionen, die Russland durch neue Handelsbeziehungen zu umgehen versucht. Zu den Highlights gehören ebenfalls der griechische Premier Alexis Tsipras, sowie der Verteidigungsminister Saudiarabiens Muchamad Ben Salman. Weitere Besucher aus der internationalen Politik kommen aus Katar, Vietnam und Indien. Auffallend viele Ex-Minister reisen an, unter ihnen Romano Prodi, Ehud Barak, sowie Gerhard Schröder und Tony Blair, u.a.

Bild: Screenshot/www.forumspb.com

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Über den Autor

Eugen von Arb lebt in St. Petersburg, ist Co-Herausgeber der SPZ Online.

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