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Spaziergänge über Petersburger Dächer werden legal

Von   /  1. September 2017  /  Keine Kommentare

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eva.- Exkursionen auf die Dächer von St. Petersburg, die schon lange ein Geheimtipp gelten, werden ab der kommenden Saison legal. Die Stadt hat die Bedeutung dieser Art von Tourismus erkannt und Führungen auf zwanzig Objekten in der Stadt bewilligt.

Wer schon einmal auf den Turm der Smolny- oder Isaakskathedrale gestiegen ist, weiss wie fantastisch der Blick über die Petersburger Dächer ist. Während der weissen Nächte gilt es als besonders schick, einen Spaziergang oder sogar eine Foto-Session oder eine Party hoch über der Stadt zu organisieren. Bisher geschah dies jedoch meist inoffiziell, bzw. illegal.

Waren die Dächer in den Neunzigerjahren noch weitgehend zugänglich, so beklagten sich die Fans von Dach-Spaziergängen in den letzten Jahren, dass die Ausgänge in den Häusern zunehmend abgesperrt werden. Es war höchste Zeit für eine Legalisierung, auch um das Unfallrisiko der oft waghalsigen Dach-Gänge einzudämmen.

Ein Objekt bereits in Betrieb

Darum begann das Komitee für Tourismus-Entwicklung dieses Jahr, offizielle Führungen auf das Haus Nr. 65 am Ligowski-Prospekt zu organisieren. Mit Voranmeldung und gegen eine Gebühr von 600 Rubel kann man das Petersburger Panorama geniessen, ohne dabei sein Leben zu riskieren. Die Firma „Panoramic Roof“ erfüllt bei dieser Tour alle verlangten Sicherheitsmassnahmen.

Je nach Wunsch können die Gäste eine gewisse Zeit zu zweit auf dem Dach verbringen oder ihre Hochzeitsbilder in luftiger Höhe schiessen. Schon im nächsten Jahr umfasst das Programm „Zugängliche Dächer“ 15 bis 20 weitere Aussichtspunkte. Um die besten und sichersten Orte auszuwählen haben die Organisatoren rund 200 Häuser abgecheckt und Mietverträge mit den Hausbesitzern abgeschlossen.

Ausflug zu ehemaligen Fliegerbeobachtungsposten

Die Dachgänge werden in Gruppen mit bis zu 15 Personen durchgeführt, wobei den Touristen auch einiges an Wissenswertem vermittelt wird. So erfahren sie zum Beispiel, dass Zar Nikolaus I. 1844 eine maximale Höhe für Neubauten in der Stadt festsetzen liess oder welche Häuser während der Blockade Leningrads als Fliegerbeobachtungsposten benutzt wurden.

Natürlich lassen sich durch dieses Angebot nicht alle Wünsche befriedigen. Fanatische „Roofer“ brauchen den Kitzel des Risikos und des Illegalen und besteigen auf ihren Touren gerne Bauruinen, von denen es in St. Petersburg mehr als genug gibt. Aber für jene, die den Blick über das Dächermeer geniessen und dabei sicher aufs Dach und wieder herunter kommen wollen, ist es bestimmt eine gute Lösung.

Bild: Eugen von Arb/ SPB-Herold

www.tass.ru

www.panoramicroof.ru

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Gouverneur gibt grünes Licht für Tourismus auf Petersburgs Dächern

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Über den Autor

Eugen von Arb lebt in St. Petersburg, ist Co-Herausgeber der SPZ Online.

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