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„Smoke on the water“ – Klassik-Rock-Festival in Karelien

Von   /  9. August 2018  /  Keine Kommentare

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eva.- Mit der ersten Ausgabe des Crossover-Musikfestival „Smoke on the water“ im karelischen Kurort Krasnoje Osero unternahm das Leningrader Gebiet einen weiteren Versuch, die Touristenströme aus der Grossstadt in die Provinz umzuleiten.

eva.- Beim Stichwort „Wintersport“ denkt man in der Petersburg und dem Leningrad normalerweise an Langlauf-Skis – erstens wegen der Nähe zu Finnland und zweitens weil die grösstenteils topfebene Landschaft kaum den Gedanken an alpines Skilaufen aufkommen lässt. Tatsächlich gibt es aber auch alpine Skisportorte, wenn auch mit vergleichsweise bescheidenen Möglichkeiten – einer der wichtigsten ist „Krasnoe Osera“ („Roter See“), das auf der Höhe der Kleinstadt Sosnowo auf einer Anhöhe oberhalb des gleichnamigen Sees liegt.

Sessellift und Wasser-Sprungschanze

Das Kurhotel mit Cottages und Sanatorien bietet seinen Gästen Möglichkeiten in der Winter- und Sommersaison. Im Winter werden die Hänge um den Kurort mit zahlreichen Skilifts für den Skisport benutzt. Im Sommer kann der Sessellift zum Transfer zum Roten See benutzt werden, wo unter anderem eine Wasser-Sprung-Schanze zum Sprung ins Wasser einlädt. Um die Region entlang des „Goldenen Tals“ und der Seenplatte um den Vuoksa-Fluss nocht attraktiver für Touristen aus dem In- und Ausland zu machen, wurde diesen Sommer zum ersten Mal das Open-Air-Festival „Smoke on the water“ am Seeufer durchgeführt.

Kern der dreitägigen Veranstaltung war das offizielle Sinfonie-Orchester „Tavritsheski“ der Leningrader Gebiets unter der Leitung von Michail Golikow. Neben Feuerwerk und Kinderprogramm bot das Festival vor allem ein grosses Programm an leichter Klassik, gemischt mit populären Songs der Rock-und Pop-Szene.

Breiter Spagat zwischen Klassik- und Rockmusik

Neben dem Orchester traten SängerInnen und SolistInnen der Showszene, sowie aus der Region auf, sogar ein Karaoke-Wettbewerb wurde veranstaltet. Das Orchester von Michail Golikow unternahm als Begleit-Ensemble einen sehr breiten Spagat zwischen Klassik, Rock- und Pop-Musik. Weltberühmte Melodien der Beatles, von BoneyM, Abba und Deep-Purple dröhnten mit Bass- und Schlagzeugbegleitung aus den Lautsprechern der Freilicht-Bühne – so laut, dass das Klassik-Orchester bisweilen zum reinen Statisten degradiert wurde.

Gleichzeitig verwandelte sich der Dirigent in einen Show-Master, der mitrockte und zum Abschluss mit seinem Orchester zur legendären Titelmelodie „Smoke on the water“ anstimmte, das den „Roten See“ für einige Minuten in den Genfersee bei Montreux verwandelte, dem die Musiker von Deep Purplen ursprünglich ihre Melodie gewidmet hatten. Zwar ist dieser Musik-Mix Geschmackssache, aber sicher liegt das Festival damit im Trend.

Fantastisches Naturerlebnis

Noch hat das Festival einen schwachen Bekanntheitsgrad – das war an der niedrigen Zuschauerzahl ersichtlich. Doch wie die Veranstalter zum Abschluss bekannt gaben, ist die nächste Ausgabe des Festivals bereits beschlossene Sache. Bis zu 30.000 Personen sollen einmal nach Krasnoe Osero kommen – kein leichtes Unterfangen. Vor allem aus schönen Kulturhauptstadt Petersburg mit seinem musikverwöhnten und – übersättigten Publikum dürfte es schwierig sein, die Leute zum Aufbruch ins Grüne zu bewegen.

Das wichtigste Argument dürfte weniger die Musik als das fantastische Naturerlebnis in dieser Region sein. Die Infrastruktur ist für russische Verhältnisse sehr gut organisiert. Wer nicht mit dem Auto kommen kann, setzt sich am Finnländischen Bahnhof in den Zug nach Sosnowo und wird nach der 90-minütigen Fahrt vom Gratisbus ans Festival und abends wieder zurückgebracht.

Bilder: Eugen von Arb/ SPB-Herold

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Über den Autor

Eugen von Arb lebt in St. Petersburg, ist Co-Herausgeber der SPZ Online.

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