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Siemens fertigt in einem Joint-Venture Gasturbinen in St. Petersburg: 275 Millionen Investition und 500 Arbeitsplätze

Von   /  3. Dezember 2011  /  Keine Kommentare

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mm- Siemens wird die Produktion für Gasturbinen in Russland ausbauen. Dazu hat der Konzern jetzt mit dem russischen Partner Power Machines („Силовые машины“) ein Joint Venture unter der Bezeichnung „Siemens Gas Turbine Technologies“ gegründet, an dem Siemens 65 Prozent und Power Machines die weiteren Anteile hält. In dem russischen Gemeinschafts-unternehmen ist der Bau einer lokalen Produktionsstätte vorgesehen. „Wir wollen rund 275 Millionen Euro in unseren neuen Gasturbinenstandort in St. Petersburg investieren und somit 500 Arbeitsplätze schaffen. Ab 2014 werden wir dort hochmoderne und effiziente Gasturbinen für den wachsenden Markt in der Gemeinschaft Unabhängiger Staaten (GUS) fertigen“, sagte Michael Süß, Mitglied des Vorstands der Siemens AG und CEO des Siemens-Sektors Energy. Der Standort soll neben Produktion, Service und Vertrieb auch Forschung und Entwicklung beinhalten. Das Engagement ist Teil der Pläne von Siemens, in Russland bis Ende 2014 durch Investitionen in Höhe von einer Milliarde Euro 4.000 Stellen zu schaffen.

Siemens ist seit 158 Jahren in Sankt Petersburg tätig.

Die Firma 1853 gründete auf der Wasili-Insel das damalige „Siemens Schukert“ Elektromotorenwerk, welches später nach der Revolution zum Kirow werk Wurde. Unter der Leitung von Werner von Siemens Bruder Karl wurde die erste Telegrafenleitung von Warschau über Sankt Petersburg nach Moskau gebaut. Von 1883 bis 1898 wurde dann das Siemens Halske Kabelwerk und Generatorenwerk, nach der Revolution „Elektrosila“ / Metro Elektrosila an seinem Heutigen Standort im Moskowkij Rayon erbaut. „Elektrosila“ gehört zum Joint-Venture Partner Power Machines.

Aus einem Minderheitsinvestor wird ein Mehrheitsinvestor

Das Joint Venture kann direkt starten, da die zuständigen Wettbewerbsbehörden ihre Zustimmung bereits erteilt haben. Siemens arbeitet in Russland seit mehr als 20 Jahren erfolgreich mit Power Machines im Kraftwerksgeschäft zusammen. Die Kooperation reichte von Herstellung und Vertrieb von Produkten und Lösungen zum Bau neuer Anlagen bis zu ihrer Wartung und Modernisierung. Das neue Joint Venture löst das als Interturbo bekannte bisherige Gemeinschaftsunternehmen ab, an dem Siemens einen Minderheitenanteil von 45 Prozent hielt. Das neue Joint Venture wird unter anderem den Service für die in den vergangenen zwei Jahrzehnten installierte Gasturbinenflotte anbieten und somit von der bisherigen Zusammenarbeit der Partner profitieren.

Gasturbinen sind nach dem Atomausstieg und der Norstream-Pipeline ein wichtiges Geschäft

In Deutschland stehen zur Stromerzeugung der Neubau von Gas-Blockheitzkraftwerken zur Ablöse von Kohle- und Kernenergiekraftwerken an. Doch auch international wächst der Bedarf. Die Erneuerung des installierten Kraftwerksparks sowie der Ausbau der Erzeugungskapazitäten sind die Treiber für den Gasturbinenmarkt in den GUS-Ländern. Die gesamte Stromerzeugung in diesen Ländern wird nach Siemens-Schätzungen von derzeit rund 1.470 Terawattstunden (TWh) bis 2020 um gut zwei Prozent jährlich auf etwa 1.800 TWh steigen. Dabei werden Gaskraftwerke eine große Rolle spielen: 2010 stellten die mit Gasturbinen betriebenen Kraftwerke in den GUSLändern nur 30 Gigawatt (GW) der gesamten installierten Leistung von 370 GW. Bis 2020 wird sich ihr Anteil nach Schätzungen von Siemens auf 100 GW erhöhen.

„Davon wird Siemens als Weltmarktführer bei modernen Gasturbinen natürlich profitieren. Wir betrachten Russland und die weiteren GUS-Staaten als sehr attraktiven Markt und werden eine wichtige Rolle dabei spielen, den steigenden Strombedarf dieser Region zu decken. Unsere Produkte sind energieeffizient und damit sowohl wirtschaftlich als auch umweltverträglich“, ergänzte Süß.

Turbinenwechsel auch in Russland und der GUS

Russland war 2010 nach den USA, China und Japan der viertgrößte Stromerzeuger weltweit. Hocheffiziente Gas- und Dampfturbinen(GuD)-Kraftwerke sind für die künftige Stromerzeugung in der GUS-Region von großer Bedeutung. Bei diesen Anlagen wird mit dem Abgasstrom der Gasturbine eine zusätzliche Dampfturbine angetrieben, um so den Ausnutzungsgrad des Brennstoffs zu erhöhen. Mit einem im E.ON-Kraftwerk Irsching gemessenen Wirkungsgrad von 60,75 Prozent hält Siemens mit seiner Turbine der H-Klasse den Effizienz-Weltrekord. Der Wirkungsgrad der thermischen Kraftwerke in der GUS-Region liegt bei knapp 37 Prozent. Nahezu die Hälfte der Anlagen ist älter als 30 Jahre, was für ihren Austausch gegen moderne und effizientere Anlagen spricht. Im Vergleich zu installierten Gaskraftwerken reduziert die neueste
Gasturbinengeneration von Siemens im GuD-Betrieb sowohl den Ausstoß von Kohlendioxid (CO2) als auch den Gasverbrauch im Schnitt um ein Drittel. Im Vergleich zu Kohlekraftwerken würde die
Emissionsminderung noch wesentlich höher ausfallen.

 

Wieder gut im Geschäft

Beispiele für die jüngsten Aktivitäten des Energy-Sektors umfassen ein Montagewerk für Mittelspannungsschaltanlagen in Dubna bei Moskau oder das in Perm angesiedelte Joint Venture für Pipelineverdichter. In Woronesch, 500 Kilometer südlich von Moskau, ist kürzlich ein Werk für Hochspannungsprodukte in Betrieb gegangen. Dort soll nächstes Jahr noch eine Transformatorenfabrik eröffnet werden, ein Werk für gasisolierte Schaltanlagen soll folgen. Als Ergänzung zum etablierten Produktionsstandort Berlin hat Siemens erst kürzlich eine neue Turbinenfertigung in Charlotte, US-Bundesstaat North Carolina, in Betrieb genommen. Sowohl in Berlin als auch in Charlotte können Gasturbinen für 50- und 60-Hertz-Stromnetze hergestellt werden. Daher können die Fertigungsstätten flexibel auf auftretende Auftragsspitzen reagieren. Eine weitere Produktionsstätte für Gasturbinen hat Siemens in Saudi-Arabien vorgesehen. Hocheffiziente Gasturbinen und GuD-Kraftwerke sind Teil des Siemens-Umweltportfolios, mit dem das Unternehmen im Geschäftsjahr 2011 einen Umsatz von rund 30 Milliarden Euro erzielte. Das macht Siemens zu einem der weltweit größten Anbieter von umweltfreundlicher Technologie. Kunden haben mit entsprechenden Produkten und Lösungen des Unternehmens im selben Zeitraum fast 320 Millionen Tonnen Kohlendioxid (CO2) eingespart, das ist so viel wie Berlin, Delhi, Hongkong, Istanbul, London, New York, Singapur und Tokio in Summe an CO2 jährlich ausstoßen.

Text: Markus Müller und Presse Siemens

Foto: Pressefoto von Siemens

 

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