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Service: Visum selbst bei der Post registrieren

Von   /  15. April 2009  /  10 Kommentare

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mm.-  Jeder ausländische Russland-Reisende muss nach Ankunft innerhalb von 3 Arbeitstagen seinen Aufenthalt registrieren. Für Touristen ist das je nach Art der Unterbringung kein Problem. Das zuständige Hotel oder die Reiseleitung übernimmt diese Aufgabe umständehalber.

Reist man jedoch auf eigene Initative als Tourist oder Geschäftsreisender z.B. mit einer Einladung aus dem Internet, wohnt der Reisende in einer privaten Wohnung oder Pension ohne Registrierungsmöglichkeit wird der Fall komplizierter.

Viele lokale „Visa-Servicebüros“ lehnen die Registrierung von Visas welche nicht mit Ihren Einladungen erstelltwurden ab. Der Grund ist klar, diese Büros arbeiten oft in einer Grauzone und vermeiden Probleme die sie nicht selbst verursacht haben.

Seinen Pass bzw. sein Visum registrieren, darf nur die „einladende Organisation“ oder eben ein Hotel bei Touristenvisa. Da die Einladenden Organisationen bei Internet Visa meist nicht am gleichen Ort sind, wird es für den Privatreisenden schwierig sich an Recht und Gesetz zu halten.

Die Registrierung des Visum und des Aufenthaltsorts kann dann den erhofften Kurzurlaub oder Besuch gründlich verwiesen und zu einer ungewollten Schnitzeljagd werden lassen.

Seit 2007 gibt es jedoch eine „relativ unkomplizierte“ Methode sich selbst beim via Postamt zu registrieren.

In jedem Postamt sollten das Formular-Blatt und eine (russische) Anleitung bereitliegen.  Einzige Hürde, das Formular ist auch für geübte Ausländer kaum eigenständig auszufüllen. Suchen sie sich daher am besten einen geduldigen Begleiter, der gut gelaunt  und mit Geduld, und russisch als Muttersprache zur Hilfe mitgeht. Wichtig, der Pass des Wohnungsinhabers der Wohnung in der Sie sich registrieren und seine Unterschrift auf dem Formular.

Das Formular wird mit einer Kopie des Passes, einer Kopie der Einreisekarte, plus einem Einlieferungsschein ( „OPIS“ – Опис) an das für die Registrierung zuständige OVIR (Ausländerbehörde) gesendet. Die Adresse ist jedem Postamt bekannt bzw. steht auf den ausgehängten Musterformularen im Postamt.

Das untere Drittel des Formulars wird von der Post gestempelt und gilt als Nachweis der Registrierung und sollte während dem Aufenthalt immer mit dem Pass mitgeführt werden.

Kontrollen seltener aber immer unangenehm

Polizisten dürfen bei Personenkontrollen nicht registrierte Personen auf diese Verfehlung hinweisen und d.h. wie in Deutschland auch – erst einmal mit auf die Wache zur Identifizierung mitnehmen. Das Gesetz ermöglicht die Festsetzung in der ersten Stufe muss innerhalb von 3h die Person „etwas“ passiert sein oder der Festgehaltene muss wieder auf die Straße entlassen werden. Die nächste Stufe besagt, das der Mensch innerhalb on 48h einer Haftprüfung unterzogen werden muss. Technisch gesehen kann die Polizei mit fabrizierten oder echten Begründungen jedenfalls auch Touristen viel Ärger und Unbill bereiten.

Die eigentliche Geld-Strafe für die fehlende Registrierung ist dabei nicht das Problem sondern die Fakt, das der Reisende ja nicht registriert ist und daher technisch gesehen – erst einmal eingesperrt werden müsste, zusammen mit dem verbundenen Bürokratischen Papieraufwand kann das einen verlängerten Kurzaufenthalt mit Abenteuercharakter führen.

Missbräuchliche Kontrollen in St. Petersburg werden weniger

St. Petersburg ist ein besonders wichtiges Aushängeschild für den Russland-Tourismus und die  Reiseveranstalter verfolgen aufmerksam den Umgang der Behörden mit Ihren Gästen. Waren die Touristen besonders im „goldenen Dreieck“ zwischen Adminralität, Neva und den Newskiprospekt entlang bis zur Anitschkow – Brücke ein oft Kontrollierte Spezies. Teils alkoholisierte Touristen wurden immer wieder gerne „hops“ genommen bzw. mit der Absicht der Erpressung von Geld unter erfundenen Vorwürfen kontrolliert und eine fehlende Registrierung ist ein dann willkommener Anlass.

Da Verwaltungen und die Miliz haben seit Anfang des Jahrtausends auf die Beschwerden reagiert.Mann hat die Reihen von schwarzen Schafen säubert und die Beschwerden sind insgesamt weniger geworden. Personenkontrollen, besonders in der Metro  gibts aber immer noch Häufig.

Bei der Ausreise bis kurz vor dem Terminal wird nachgesehen

Wurden früher noch am Flughafenterminal Kontrollen durchgeführt. Der Eindruck von einem vor dem Flughafengebäude herumlungernden Milizionär mit hungrigen Augen, der kurz vor Abreise nochmal ein paar Besucher abgefängt, war wohl auch der Stadtverwaltung ein zu „negatives Souvenir“ für die Besucher.

Dennoch hat die Miliz das Recht Bürger und Besucher, egal wo Sie angetroffen werden, um Ausweis und Registrierung zu bitten, also bis direkt zum Abfertigungszugang. Die letzten Jahr zeigen jedoch, dass die Miliz vom Abfangen der Touristen direkt im oder vor dem Flughafengebäude Abstand nimmt.

* Лицо кавказкой национальности  – „Gesicht kaukasischer Nationalität“ – politisch korrekte Bezeichnung für die in der russischen Öffentlichkeit  meist nur abwertend „Чорные“ „Schwarze“ genannten Angehörigen von Ex-Sowetstaaten Usbekistan, Aserbaidschan, Turkmenistan, oder aus dem Nationenreichen russischen Kaukasus. Die Bezeichnug bezieht sich auf das „Aussehen“ denn auf die Person. So kann z.B.ein Italiener oder Türkische Staatsbürger aufgrund seiner ggf. dunklen Hautfarbe durchaus in den Genuss der meist recht unfreundlichen Behandlung der Staatsmacht für diese Bürger kommen, bzw. am laufenden Meter seinen Ausweis vorzeigen.

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10 Kommentare

  1. Habe mit meiner russischen Ehefrau zusammen in den vergangenen 3 Monaten die Registrierung zweimal bei der Post durchgeführt. Funktioniert gut, aber Zeitaufwand wegen Schlangestehen jeweils nicht weniger als eine Stunde.

  2. mm sagt:

    Also wer nur eine Woche im Land ist, hat sicher keine Nerven sich selbst zu registrieren. Meine Empfehlung – dem Aussteller der Einladung den Job auf Auge drücken.

  3. eva sagt:

    Ich habe das ganze Szenario mit einer Bekannten durchgespielt – es klappt ABER:

    – Man braucht wie immer in den Amtsstuben Russlands das nötige Qantum Zeit, Glück, Nerven – und natürlich mündliche und schriftliche Russischkenntnisse.

    – Das Formular, das hier sehr praktisch zum Download angeboten wird, muss unbedingt auf einem Papier, doppelseitig und in zwei Exemplaren ausgedruckt und ausgefüllt werden.

    – Ausserdem müssen nicht nur die Dokumente der eingeladenen Personen fotokopiert werden, sondern auch jene der einladenden Person. Bei einer russischen Aufenthaltsbewilligung muss auch die Seite mit der Registrierung (Propiska) kopiert werden. Diese Adresse wiederum sollte mit der im Fragebogen angegebenen Adresse des Einladenden übereinstimmen.

    – Die Gebühr für die Anmeldung (rund 200 Rubel) kann nicht auf der Post, sondern nur auf der Sberbank (Sparkasse) bezahlt werden – die Quittung muss mit den restlichen Dokumenten auf die Polizei geschickt werden. Dabei muss beachtet werden, dass das Geld für das Polizeiamt jenes Stadtbezirks einbezahlt wird, wo die einladende Person registriert ist – eine Liste liegt auf. Wir hatten Glück, dass Post und Bank Tür an Tür neben einander liegen, aber oft ist das ein Problem.

    – Ausserdem muss auf die Öffnungszeiten bzw. Mittagspause geachtet werden – wir mussten noch kopieren gehen und konnten nicht mehr vor der Mittagspause auf dem Postamt abschliessen.

    – Für das ganze Prozedere benötigten wir zirka 2,5 bis 3 Stunden – aber nur weil es auf dem Postamt keine Warteschlange gab, die Beamtin Bescheid wusste und hilfsbereit war und auch die Sberbank gleich daneben lag und dort alle Schalter besetzt waren. Im Falle langer Wartezeit und miesgelaunter Bedienung kann das Ganze leicht zu einem eintägigen Bürokraten-Horrorszenario wandeln.

  4. mm sagt:

    ACHTUNG – das Formular ist inzwischen als ONLINE Form zum selberausfüllen „Verlinkt“
    Der Russische Migrationsdienst hat das auf seiner Webseite inzwischen ganz gut hinbekommen.

    Einfach auf den ersten Grünen Link (2x ausfüllen)
    „klicken“

  5. piter sagt:

    Hallo mm,
    nicht die Hotels empfehlen die abholung des Passes erst kurz vor der Abreise, sondern die Reiseleiter vor Ort. Ich selbst bin zweimal ausgeraubt worden. Einmal haben mich 4 männl. Personen eingekreist und ich konnte hingehen wohin ich wollte ich war immer eingekreist, beim halt wurde von zweien die Tür blockiert und zwei drängten von hinten und raubten mich aus. Sie waren so schnell, das ich sie sekunden später schon nicht mehr sah und sie sofort 800,00 Dollar von meiner Creditkarten konsomierten. Beim zweitenmal bin ich in die Metro gestiegen, an einem Eingang mit nur wenigen Menschen. Als ich in der Metro war störmten 3 männliche Personen die Metro schubsten und drängelten und beschimpften mich, kurz bevor die Türen sich schlossen worde waren sie weg und mit ihnen mein Geld. wenn ich jedesmal meinen Reisepass dabei hätte oh oh. Gruß Piter

  6. mm sagt:

    Hallo Walter,

    das mit den Räubern in der Metro habe ich selbst einmal mitbekommen. Da war eine illustre Gruppe von Oltimerfans auf dem Weg von Paris nach Peking und hat in der Stadt Station gemacht. Die wurden von solchen Spezialisten beim Einsteigen in die Metro ausgebremst und ausgeraubt.

    Die Miliz, hatte in der Station eine Wache und ich half den Leuten ein bischen beim Übersetzen. Angesichts der Menge von Touristen musste der sah der Vorgang nach Arbeit aus und der Freund und Helfer hatt allen solange eingeredet das Sie noch Stunden und Tage zum Rapport mit auf die Wache kommen müssen, bis die entnervt aufgaben. Ob , und inwiefern er am Raub partizipiert ist mir nicht bekannt. Könnte wirklich sein das er nur vermeiden wollte das Seine Station in Veruf kommt. So gehts nämlich in Russland. Ohne Protokoll kein Verbrechen.

  7. walter sagt:

    nur mal Beispiel St. Petersburg, 18 Monate Aufenthalt: Registrierung kein Problem bei irgendeinem Buero. Wichtig: nach dem Gesetz muss die Registrierung an den Wohnungsgeber bei Abreise wieder zurueckgegeben werden. Manche Bueros verlangen bei Terminueberschreitung Extrageld. Das kann man mit diesem Hinweis vermeiden. Da gilt auch fuer die Ausreise.
    Und die einzigen „Kontrollen“ in der Metro erfolgten in der Innenstadt durch kaukasische Raeuber die mich in der Metro umzingelten oder in Gastini Dwor in der Aussentuere einklemmten um meine Taschen zu filzen. Vorsicht ist besonders abends angesagt. 2 von den Ganoven habe ich gekriegt. Miliz Fehlanzeige.

  8. mm sagt:

    Hallo Piter,

    Das mit dem Abholen hat vermutlich praktische Gründe, bei kleinen Hotel muss die Anmeldung zum УФМС, bei grossen zu den Zuständigem Sachbearbeiter, ggf. von Da auch nochmal zum „Amt“. Wenn Hotels den Pass länger als ein paar Tage behalten ist das Amt oder der Stempel weit. Ich werde mich aber mal bei Fachleuten erkundigen was die wahren Gründe sind und mich ggf. hier verbessern.

  9. mm sagt:

    mm. ich möchte mich bei unseren Lesern entschuldigen dieses unangenehm Thema anzusprechen – aber so gliberig die Bürakratie in Russland auch ist, nichts zu tun ist leider keine Alternative. (ausser für masochistische Amtstubenfans, die gerne ein paar Stunden oder Nächt in vergitterten Verschlägen verbringen wollen)

  10. piter sagt:

    In den Hotels wird immer empfohlen seinen Reisepass erst einen Tag vor Abreise wieder abzuholen, damit er nicht verloren geht. Ist dies eine falsche empfehlung und habe ich wenn ich kontrolliert werde dann Probleme.
    Gruß Piter

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