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Service: Bagatellunfälle dürfen auch ohne Verkehrspolizei geregelt werden

Von   /  1. März 2009  /  2 Kommentare

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mm.- Seit dem 1. März können Autofahrer Bagatellschäden und Unfälle auf der Basis des „Europäischen Unfall Protokoll“ an Ihre Versicherung melden. Die Regelung gilt nur mit neuen Versicherungsverträgen und wird daher erst langsam greifen.  Die Einbindung der Strassenverkehrspolizei (ГИБДД) ist für kleine Havarien nicht mehr obligatorisch.

Mit den vielen Neuwagen der St. Petersburger hat sich das Verhältniss der Fahrer zur Verkehrspolizei verändert. Früher galt immer die eiserne Regel „alle Beteilligten kommen ohne die Anwesenheit der Polizei besser davon“. Die KASKO und die Einführung der obligatorischen KFZ Haftpflicht im Juni 2003 führen der Verkehrspolizei mehr Aufträge zu, als Ihr lieb ist, denn die stolzen Neuwagenbesitzer lassen Heute gerne jeden Kratzer am Lack von der Miliz protokollieren.

In der Praxis führen die vielen Meldungen plus Verzögerungstaktik der Beamten dazu, dass die Fahrzeugführer lange auf die Unfallaufnahme warten müssen. Die übrigen Verkehrsteilnehmer erfahren durch diese Unfälle ebenfalls unangenehme Nebenwirkungen. In St. Petersburg bleiben die Autos so lange unverändert auf der Strasse stehen, bis die Miliz die Sachlage erfasst hat. Das könnte sonst ja bei der Klärung Streit geben. Die havarierten Verkehrs „Immobilien“ warten dann z.B. in der Mitte der Kreuzung oder blockieren einen ganzen Strassenzug.
Der übrige Verkehr sucht sich in der Zwischenzeit andere Wege, oder wälzt sich über die Bürgersteige und durch die Rabatten um die Szene herum.

ГИБДД – Die Staatliche Inpsektion für Sicherheit im Strassenverkehr ist überlastet

Die ausgelasteten Beamten „moderieren“  mit Engelszungen zwischen den Unfallgegnern um bei Kleinschäden das doch bitte das umständliche Protokoll zu vermeiden.
Da ein solches Protokoll mit Amtsgängen und Schlangenstehen verbunden ist,  wird der Vorgang dann öfters und einvernehmlich noch auf der Strasse „vergessen“.

Je neuer der Wagen ist, desto wahrscheinlicher besteht einer der Beteiligen auf sein Protokoll.  Dann musste bislang eine vollständige Unfallaufnahme durch die Polizei gemacht werden.

Ab 1 März 09 gilt ein vereinfachtes Verfahren

Seit Heute können die Unfallgegner  auch ohne die Unterstützung der Verkehrspolizei Bagatellunfälle an die Versicherungen melden.

Das in Europa übliche Standardverfahren mit dem EUROPROTOKOLL – Formular kann bei Einverständniss der Unfallpartein vor Ort ausgefüllt und zur Schadensmeldung verwendet werden.

Voraussetzungen für das vereinfachte Verfahren

1. es dürfen nur 2 Fahrzeuge beteiligt sein
2. es dürfen keine Personen oder Fussgänger verletzt oder anderweitig involviert sein
3. Die Höhe des Schadens darf 25 Tausend Rubel (ca. 550€) nicht übersteigen.

Über 70% der gemeldeten Unfälle erfüllen bereits Heute die Bedingungen für das vereinfachte Verfahren.

Auch die Voraussetzungen im Versicherungsvertrag müssen stimmen:
Neue Verträge, welche das vereinfachte Verfahren in Ihren Bedingungen erlauben, werden ebenfalls ab dem 1.März ausgestellt. Zur Anwendung der neuen Vertragsregelungen muss die ОСАГО / HAFTPFLICHT  nach dem 1.3.09 abgeschlossen oder aktiv geändert bzw. erneuert worden sein.

Die Behörden erhoffen dadurch eine langsame Gewöhnung an das neue Verfahren.

Sollte sich in Folge des Unfalls eine höhere Schadenssumme als 25.000 Rubel (550€) ergeben kann die Versicherung die Zahlung ablehnen. Können sich die Beteiligten schon am Unfallort nicht über die Schadensumme (+- 25000) einigen muss wie immer die Strassenverkehrspolizei hinzugezogen werden.

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2 Kommentare

  1. eva sagt:

    Naja, wenigstens das Unfallprotokoll spricht Englisch;)

  2. Krish sagt:

    Eine wunderbare Vorstellung, in Russland ohne Sprachkenntnisse einen Unfall bauen.

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