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Schwerpunkt DEUTSCHE WOCHE: Eine neue Heimat aus Trümmern aufgebaut

Von   /  26. April 2009  /  2 Kommentare

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von Markus Müller

Einen Kontrapunkt zum glänzenden Teil der Deutschen Woche setzte die Messe und das Fest in der renovierungsbedürftigen katholischen Mariä-Heimsuchung Kirche. Pfarrer Richard Stark und seine Helfer haben in den 10 Jahren seines Wirkens unermüdlichen Schutt, Trümmer und Stahlträger aus der 1859 geweihten Kirche auf der Wyborger Seite geräumt, so das Teile des in der Sowjetzeit als Hydraulikinstitut genutzten Sakralbaus wieder genutzt werden können.

So entstand im alten Querschiff der Kirche ein Andachtsraum, der liebevoll ausgestattet, die sichtbaren Wunden im Bau aber nicht verstecken kann (siehe Photogallerie unten). Der unrenovierte Kirchenraum, nur durch die gespendeten Bestuhlung, Bilder, Statuen und den selbstgemachten Altar, zur Feier mit Blumen geschmückt und darin die Gemeinde offenbarten während des Fests eine alte Wahrheit. Je widriger die äußeren Umstände desto herzlicher halten die Menschen zusammen.

Der Kammer-Chor „Kantarella“ unter der Leitung von Olga Ulitina begleitete den Gottesdienst mit der Messe in F-Dur von Franz Schubert. In der hohen Halle gab der Chor der Feier religiöse Tiefe und Emotion.

Pater Stark, Pater Miroslav Foris für die griechisch-katholischen Gemeinde, Kulturleiter Marcus Stadthaus vom Generalkonsulat, Gäste und Gemeindemitglieder aus Afrika, Indien, Russland, dem Baltikum  und Deutschland feierten nach der gemeinsamen Messe im angrenzenden Zimmer, das im ehemaligen Chorbogen eingerichtet ist. Bei einem „brüderlichen Mahl“, Suppe, belegten Broten. Wer denn mochte konnte sich auch mit einem Glas  „Schampanskoe“ den lebhaften Gesprächen über den langsamen aber stetigen Fortschritt in der Gemeinde beteiligen.

Den heiteren Abschluss bildete das Konzert des Deutsch-Russische Liedermacher Johann „Ivan“ Burghardt mit seinen eigenen Chansons, der nur mit seiner Stimme und Gitarre den hohen Raum ausfüllte. Ein kleines aber feines Konzert und ein weiterer Beweis für die wunderebare Akustik des Kirchenraums.

Das Gemeindemitglied Stansislaw Koslow bot mit einer Führung in die Unterwelt der Krypta unter der Kirche nicht nur Einblicke in die aufwendige Backsteinarchitektur. Das Gewölbe bot auch den Rahmen für die von Ihm erarbeitete Ausstellung über die wenig bekannte Geschichte der Katholiken, Ihrer Kirchen und Schulen in und um St. Petersburg.

Aufbauarbeit in jeglicher Hinsicht.

dw09-sankt-mariae-heimsuchung-5Pfarrer Richard Stark wurde nach 28 Jahren als Missionar im Kongo vor 10 Jahren nach St. Petersburg versetzt. Seit dem ist das Thema „Bau“ ein ständiger Begleiter für Ihn geworden.

Aufbau der Gemeinde, Renovierung des Kirchenbau, Rückerstattung und Rück“Bau“ des über einen Hektar grossen Friedhofgeländes, auf dem bis zur Revolution über 40.000 Deutsch-Russiche Gemeindemitglieder Ihre letzte Ruhe fanden. In den letzten 10 Jahren schaffte er es, eine kleine Basis Gemeinde weit ab in dem inzwischen zum Industriegebiet veränderten Gebiet zu sammeln.

Da die Geschicht der Petersburger Deutschen stark protestantisch geprägt ist und „katholisch“ von der russischen Obrigkeit früher wie heute mit „Polen“ assoziiert wird, hat die deutsche Geschichte dieser katholische Kirche in St. Petersburg bislang wenig offizielles Interesse gefunden. Um jedoch aus dem notdürftigen Kirchenbau wieder ein Gotteshaus in angemessenen Zustand für die multikulturelle Gemeinde zu machen, benötigt das Anwesen mehr öffentliche Aufmerksamkeit, sowohlpraktische als auch finanzielle Unterstützung.

150 Jahre Kirchweihe – Fest und Anlass um über die Zukunft nachzudenken

Pater Stark und die Gemeinde möchten zur Meinungsbildung, Organisation des „Fundraising“ und der Bauhistorie sowie den nächsten Bauabschnitten am Vortag der Kirchweihe zu einer Richtungskonferenz einladen.

Am 30. Mai 2009 findet eine Konferenz „Der Wyborger Friedhof und die Kirche St. Mariä-Heimsuchung in St. Petersburg – Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft“ statt, in der die weiteren Möglichkeiten und Pläne vorgestellt und diskutiert werden und die Gemeinde alle Interessenten herzlichst einlädt. Am Sonntag 31. Mai findet dann der pastorale Teil des Kirchweihfest statt, das mit einem Festgottesdienst um 12:00 beginnt.


Messen

dw09-sankt-mariae-heimsuchung-32Die Mariä-Heimsuchungsgemeinde ist die einzige der katholischen Gemeinden auf der Wyborger Seite nördlich der Newa. Die Kirche liegt jedoch ungünstig in einem um den Bau herum entstandenen Industriebezirk in der Mineralnaja Uliza und ist  als Kirche nicht im optischen Stadtbild präsent. Sie kann vom Finnischen Bahnhof von der Metro „Ploshad Lenina“ am Finnischen Bahnhof über Marschrutka Nr. 32 oder Trolleybus 43 und 8 Richtung „Mineralnaja“ erreicht werden.

Einmal im Monat am ersten Sonntag wird um 12:00 eine deutschsprachige Messe gehalten, die anderen Sonntage in Russisch.
Für frankofone hält Pfarrer Stark in der Katherinenkirche am Newski Prospekt jeden Sonntage eine französische Messe.

Ausstellung

dw09-sankt-mariae-heimsuchung-53In der Krypta ist die Ausstellung

„Einfluss der Katholiken auf das geistige und kulturelle Leben in St. Petersburg und Russland“

zu besichtigen. Sonntags nach den Messen oder Wochentags nach Anmeldung.

Telefon +7 (812) 310 04 66

 

 

 

 

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2 Kommentare

  1. mm sagt:

    Weiteres Material zum Thema und das angefragte Spendenkonto
    http://visitmaria.spb.ru/de/Rundbrief200902.html

    Auch ist ein 4 farbiger Katalog (75 Seiten) mit allen Inhalten zur Ausstellung „Katholische Kirche in St. Petersburg“ verfügbar (Preis 200p oder 5€ zzgl. Porto). Wahlweise auf Deutsch, Englisch oder Russisch.

    Kontakt
    Pater Richard Stark (SVD). Gribojedow kanal embankment, 96, 6. Phone +7(812)310-0466.

    SPENDEN KONTO

    Euro-Konto

    Empfänger: Pfarrei Mariä-Heimsuchung St.-Petersburg
    (P. Richard Stark SVD)

    Konto Nr. 11 009 ; BLZ 386 215 00 bei Steyler Bank
    in D-53754 Sankt-Augustin
    BIC (Swift): GENODED1STB
    IBAN: DE77 3862 1500 0000 0110 09

  2. Günter Benz sagt:

    Lieber Pater Richard,
    eben, von der Erstkommunion unserer Enkelin Hannah zurückgekehrt, fand ich die Mail
    mit dem St.Petersburger Herold. DieGestaltung ist ganz ausgezeichnet. Auch finde ich gut,
    daß einzelne Seiten heruntergeladen und ausgedruckt werden können.
    Der Artikel von Herrn Markus Müller über die kath. Kirche Mariä-Heimsuchung läßt den Zustand Ihres geliebten Gotteshauses, in das Sie schon so viel Kraft und Gottvertrauen gesteckt haben, deutlich werden.
    Auf diesem Wege danke ich Ihnen auch für die letzte Mail. Im Gebet und anderweitig Ihnen verbunden grüßt
    Günter Benz

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