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Schwerpunkt Avantgarde: Vom Kulturpalast zum Büchermarkt – das DK „Krupskaja“

Von   /  14. Juli 2011  /  Keine Kommentare

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Von Eugen von Arb

Wer günstige und gute Bücher sucht, für den gibt es in St. Petersburg eine Adresse: den Dworez Kultury „Krupskaja“. Der frühere Kulturpalast des Architekten Sergei  Ovsjanikow, in dessen Saal zu Sowjetzeiten politische Veranstaltungen, Film- und Theateraufführungen über die Bühne gingen, ist heute zu einem Büchermarkt umfunktioniert (siehe Fotogalerie unten).

Hier findet man nicht nur Bücher zu deutlich günstigeren Preisen als in den Geschäften am Newski-Prospekt, sondern auch vergriffene Ausgaben oder Fachliteratur zu allen Spezialgebieten. Für Russland, wo Buchhandlungen trotz Internet nicht denselben Service wie im Ausland bieten, ist ein solcher Markt eine echte Fundgrube.

Das Gebäude, das 1926-27 gebaut wurde und ursprünglich den Namen „Kulturhaus der Textilarbeiter“ trug, wurde als Theater konzipiert, da für den Klub bereits vorhandene Gebäude daneben umgebaut wurden. Der kompakte und symmetrische Bau mit Saal in Sektorform ist eine verkleinerte und modifizierte Variante des Gorki-Kulturhauses, das damals als Vorbild galt.

Der Saal mit abgeschrägtem Fussboden und einem Balkon bildet ein bogenförmiges Foyer, durch das die Hauptfassade ihre Form erhält. Die Wand wird durchbrochen von grossen, hohen Fenstern, die am Rand von Vitragen flankiert werden. Die Fassade wird durch vertikale Rhythmen streng organisiert.

Kompromiss zwischen Avantgarde und Klassik

Das Zentrum bilden der Portikus und sechs kannelierte Säulen. In der Mitte der Eingangspartie war ursprünglich geplant, ein Arbeitermonument mit einer kleinen Tribüne anzubringen, der Platz davor war für Massenveranstaltungen vorgesehen.

Stilistisch ist das Kulturhaus ein Kompromiss zwischen der Strenge der Avantgarde-Architektur und der modernisierten Klassik. Später wurde der Kulturpalast umgebaut und der Saal im stalinistischen „Empire“-Stil eingerichtet: Marmorsäulen, dekorative Ausstellungen und Embleme mit Sowjet-Symbolik.

Adresse: Prospekt Obuchowskoi Oborony 105 – siehe Karte>>>

Weitere Bauwerke der Avantgarde >>>

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Über den Autor

Eugen von Arb lebt in St. Petersburg, ist Co-Herausgeber der SPZ Online.

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