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Schwerpunkt Avantgarde-Architektur: Palewski – Wohnquartier (Palewski Schilmassiv)

Von   /  26. August 2011  /  Keine Kommentare

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eva.- Das Palewski-Wohnquartier wenige Schritte von der Metro-Station „Elisarowskaja“ erinnert eher an ein Dorf in den Alpen als an eine Siedlung im Herzen einer russischen Metropole. Die dreistöckigen „Häuschen“ sind in gutem Zustand, und noch heute fühlen sich ihre Bewohner offensichtlich wohl darin. Ein Teil der Gebäude wurde in Geschäfte umgewandelt, die ganz an Läden in Westeuropa erinnern (Fotogalerie).

Zusammen mit den Wohnhäusern an der Traktornaja Uliza ist das Palewski – Wohnquartier eine der ersten Siedlungen, die für Arbeiter in der Umgebung der Industriezone gebaut wurden. Entsprechend ihrer Aufgabe entsprach das Projekt der beiden Wohnbaugemeinschafts-Architekten Alexei Saserski und Nikolai Rybin den Forderungen nach Einfachheit und Sparsamkeit, sowie der Einhaltung strenger hygienisch-sanitärer Bedingungen.

Im Gegensatz zur Überbauung an der Traktornaja Uliza stand beim Palewski – Wohnquartier die Bildung eines Innenhof-Quartiers im Vordergrund. Zwei fast symmetrische Quartiere belegen ein grosses, T-förmiges Grundstück, in dessen Mitte sich ein Platz mit Grünanlage befindet.

Jedes Quartier stellte eine selbstständige Einheit mit der nötigen Infrastruktur dar. Von 19 Wohnblöcken führen lediglich zwei auf die Uliza Elisarowa und die parallel dazu verlaufende Uliza Olgy Bergolz hinaus. Alle anderen sind den Innenstrassen oder den Grünanlagen mit Kinderspielplätzen zugewendet.

Die Einfahrt von Osten her auf das Grundstück wird von dreistöckigen Häusern flankiert. Die grossen Höfe, welche zur Grünanlage hin stehen, sind von zweietagigen Gebäuden umgeben. Die Etagenhöhe variiert von Strasse zu Strasse. Im Vergleich zur freien Fläche der Siedlung erscheinen die Häuser relativ klein.

Die Häuser sind von einer strengen Einfachheit und gleichzeitig durch eine weiche Plastik geprägt. Die klaren rechteckigen Formate, die ruhig gehaltenen Wandflächen mit Bögen spiegeln eine Metamorphose der Neoklassik. Gleichzeitig demonstrieren die Geometrie, die Reinheit der Formen sowie die dynamische Struktur der Komposition den Wechsel zur Architektur der Avantgarde.

1925-1928
Architekten: A. I. Saserski, N.F. Rybin
Prospekt Elisarowa, 4 – 8, Uliza Olgy Bergolz, 3 – 7

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Über den Autor

Eugen von Arb lebt in St. Petersburg, ist Co-Herausgeber der SPZ Online.

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