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Schweizer Ideen für Petersburg in einer Ausstellung

Von   /  18. Juni 2011  /  2 Kommentare

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Von Eugen von Arb

Ist die Schweiz normalerweise kulturell eher bescheiden in Russland vertreten, so nahmen dieses Mal gleich fünf EidgenossInnen an einer Austellung im Petersburger Skulpturenmuseum teil – drei von ihnen leben ständig in Russland (Fotogalerie). Die beiden Gäste Barbara Streiff (Skulptur) und Werner Stauffacher (Malerei) feierten zusammen mit Eugen von Arb, Regina Puentener und Heidi Moretti (alle Fotografie) sowie mit ihren Petersburger KollegInnen die Eröffnung der Ausstellung „Neue Ideen für die Stadt“.

Zwei Tage vor der Vernissage trafen Barbara Streiff und Werner Stauffacher in Russland ein – nicht zu früh und nicht zu spät. Bis kurz vor der Vernissage wurde in den beiden Sälen des Museums gehängt und montiert. Während die grossformatigen Bilder von Werner Stauffacher (“Köpfe”) relative einfach und rasch gehängt werden konnten, war die Montage von Barbara Streiffs kinetischer Skulptur eine echte Herausforderung für die Museumsmitarbeiter. Aber dank der guten Vorbereitung und der Erfahrung von Kurator Igor Panin hing die Skulptur “Reflexion – Hommage an Fjodor Dostojewski” nach einer Stunde in den Bäumen im Skulpturen-Park vor dem Museum.

Erfinder der Ausstellung Enver Bakajew postum anwesend

Unter den Gästen am Eröffnungstag war der Schweizer Generalkonsul in St. Petersburg Ernst Steinmann, der in seiner Ansprache dem Museum und der Leiterin des Ausstellungssaals Anna Lebedkowa für ihr Engagement im Kulturaustausch dankte. Die Ausstellung soll Auftakt für einen russisch-schweizerischen Kunst-Austausch sein.

Postum war auch der Erfinder der jungen und erfrischenden Biennale Enver Bakajew anwesend – eine ganze Reihe seiner Bilder hing in der Ausstellung. Der Künstler und Kurator zahlreicher Ausstellungen war kurz vor der Realisierung des Projekts an einem Schlaganfall gestorben.

Schweizer nicht zu übersehen

Obschon rund zwei Dutzend Kunstschaffende ausstellen, sind die Arbeiten der Schweizer nicht zu übersehen. Gleich beim Eingang zum Museum hängt Streiffs Stahl-Mobile. Durch die vielen Zeichen und Symbole, die Streiff in die Eisenstücke gebrannt hat, erhielt das schwere Material eine unglaubliche Leichtigkeit und scheint in der Luft zu schweben.

Werner Stauffachers rot-orange „Köpfe“ stechen durch ihre Buntheit deutlich aus der Ausstellung heraus und geben ihr etwas Heiteres. Ebenso kurz wie ihre Titel ist auch Stauffachers Kommentar dazu – er male solche Köpfe schon seit zwanzig Jahren, und es seien keine Porträts sondern erfundene Gestalten ohne bestimmtes Geschlecht. Vor seinen Bilder referierte Stauffacher am Tag nach der Ausstellung zum Thema Urheberrecht – sein Spezialgebiet als Jurist bei der Schweizer Organisation ProLiteris.

Frech und prägnant – die FotografInnen

Eugen von Arb schafft in seinen Fotoserien „Mein Arbeitsweg“ auf zwei Plasma-Bildschirmen einen schweizerisch-russischen Kontrast. Er stellt dabei Bilder von seinem früheren Arbeitsweg in der Schweiz per Zug seinem jetzigen Weg in St. Petersburg gegenüber. Der streng organisierten, pünktlichen Welt der arbeitssamen Schweiz stehen die kleinen Geschichten und menschlichen Abenteuer des Fussgängers und Metropassagiers in St. Petersburg gegenüber.

Die Fotografinnen Regina Puentener und Heidi Moretti sind ein humorvolles Gespann – „Wir sind meistens zu zweit unterwegs – eine sieht das Motiv, die andere fotografiert“, erklärt Moretti ihre Arbeitsweise. Der Titel „Pelzli – Pilzli“ beschreibt ihren Blick auf Sein und Schein im russischen Alltag.

Bis 24. Juli (Eroeffnung 14. Juni 17.00). Ausstellungssaal des städtischen Skulpturenmuseums, Newski Prospekt 179/2. Eintritt 50-100 Rubel. Тel. 314-12-14. www.gmgs.ru

Jeweils an den Samstagen von 15 – bis 17 Uhr wird ein Rahmenprogramm mit Diskussionen, Meisterkursen und Veranstaltungen für Kinder und Jugendliche geboten.

Weitere Artikel zu diesem Thema:

“Die Leute sind sehr stolz und haben Charakter” – Barbara Streiff malte russische Menschen

 

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Über den Autor

Eugen von Arb lebt in St. Petersburg, ist Co-Herausgeber der SPZ Online.

2 Kommentare

  1. mm sagt:

    Schade das mir niemand zuvor Bescheid gegeben hat…
    Aber ich schaus mir noch an! Viel Erfolg einstweilen!

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